Briefmarkenprüfstelle Basel

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Briefmarkenprüfstelle Basel

Beitragvon Meinhard » Sonntag 20. Dezember 2015, 10:17

Hallo Zusammen,

sicher haben auch Sammlerkollegen geprüfte Marken von der Basler Prüfstelle in den eigenen Sammlungen und vertrauen auf die Richtigkeit der attestierten Marken. Wie es mir ergangen ist, möchte ich nachstehend kurz schildern. Die Schlüsse daraus kann jeder für sich ziehen. Eine Nachprüfung kann ich nur jeden raten, der geprüfte Ware dieser Prüfstelle hat und auf die Richtigkeit der Atteste/Befunde, etc. vertraut.

Zuerst eine kurze Einleitung, damit man die Zusammenhänge besser verstehen kann:
Ich habe bei einer Auktion "KROPF'SCHE SCHWARZDRUCKE" von Telegraphenmarken ANK 10 bis 17, lt. Befund der Basler Prüfstelle, Hr. Eichele, erworben.

Ich zitiere aus dem Buch "Dr. Ferchenbauer, Ausgabe 2008" Seite 650:
Für das Werk "Die Postwertzeichen des Kaisertums Österreich", Prag 1908, von H.KROPF fertigte die k.k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien im Jahre 1908 Schwarzdrucke von in der Staatsdruckerei aufbewahrten Druckstöckel an. Diese Schwarzdrucke umfassten nach Ing. E. Müller insgesamt 265 Stöckel, auf 5 Blätter. Sie umfassen Schwarzdrucke von Brief-, ... und Telegraphenmarken.

Von diesen ehemals 5 Bögen sind in einem Archiv noch 4 komplette Bögen vorhanden, der fünfte Bogen ist bis heute nicht mehr aufgefunden worden . ... allerdings sind KROPF'SCHE-SCHWARZDRUCKE, die nicht von den bekannten Blättern stammen, bisher nicht vorgelegen.

Die KROPF'SCHE-SCHWARZDRUCKE sind auf einem charakteristischen, steifen, kartonartigen, leicht chamois getönten Papier gedruckt. Die Schwarzdrucke wurden mit Sicherheit nur in kleiner Auflage gedruckt. Generell ist festzuhalten, ... in ihrer Seltenheit weit unterschätzt sind". Zitat Ende.

Eigentlich wäre jetzt der Kauf und der Befund in die Sammlung einzuordnen und alles ist in bester Ordnung.
Leider nicht, doch zuerst zeige ich die erworbenen Marken und den Befund dazu. Alles weitere dann später.

Schöne Grüße, Meinhard
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Re: Briefmarkenprüfstelle Basel

Beitragvon Meinhard » Sonntag 20. Dezember 2015, 10:49

Nachdem ich in verschiedenen Foren nichts wesentliches zu dieser Ausgabe erfahren habe, habe ich mich entschlossen, mit Herrn Dr. Ferchenbauer Kontakt aufzunehmen und diesen gebeten, mir die Marken zu prüfen.

Laut Attest von Herrn Dr. Ferchenbauer handelt es sich um "Bogenproben" und demnach um eine "Falschprüfung der Basler Prüfstelle, unterzeichnet von Hr. Eichele". Die Begleiterscheinung ist auch noch, dass sich der Katalogwert erheblich nach unten bewegt hat. :oops:

Ich kann nur jeden raten, nur geprüfte Ware von anerkannten Prüfern und Prüfstellen zu erwerben und nicht jedem Befund/Attest vertrauen, vor allem dieser Prüfstelle - mein Rat: Unbedingt nachprüfen lassen.

LG, Meinhard
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Re: Briefmarkenprüfstelle Basel

Beitragvon Max und Moritz » Samstag 26. Dezember 2015, 21:37

Dann will ich mal weitermachen mit interessanten Geschichten aus Basel. Es wäre schön, wenn es ein Sammelthread werden könnte.
Die hier von mir gezeigte Marke stammt aus dem Gebiet Deutsche Besetzungsausgaben zweiter Weltkrieg. Es ist eine Michel-Nr. 2 II aus dem Gebiet Litauen Lokalausgabe Telschen. Der Aufdruck in Type II ist der seltenste dieser Ausgabe.
Begleitet wurde die Marke vor einigen Jahren bei Ebay von einem Befund der Briefmarkenprüfstelle Basel mit der Anmerkung slight doubling of overprint (kiss print). Also einem leichtgradigen Doppeldruck.
Damals lebte der BPP-Prüfer für Litauen, Herr Bender, noch und ich fragte ihn vor einem Gebot um Rat, was es mit dieser Marke auf sich hat.
Er war damals deutlich: Es handelte sich um das Ergebnis einer verschmutzten Druckplatte, keinesfalls um einen Doppeldruck. Zumindest sei die Marke echt. Ich solle sie bebieten, aber nur im Rahmen einer Normalmarke.
Darüber hinaus gebe es überhaupt keine Doppeldrucke der Telschener Ausgabe.

Damals war mein Gebot erfolgreich und seitdem befindet sich die Marke in meiner Sammlung. Ein kurzer Blick in den Michel Spezial reicht auch, um zu sehen, dass es keine Doppeldrucke des Gebietes gibt. Es handelte sich um eine Baseler Erfindung einer Abart.
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