Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

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Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon Redaktion » Mittwoch 21. Januar 2015, 11:16

Dies sieht zumindest der traditionsreiche Württembergische Philatelistenverein (WPHV) so, wie der lfd. Diskussion auf der Facebook-Seite des WPHV im Kommentarbereich zu entnehmen ist.

O-Ton des WPHV: Was wir hier anprangern ist die Bekundung des BDPh-Forumsadministrators, dass man die Ortsvereine aufgeben bzw. ausbluten lassen und als Zukunftsmodell auf die Arbeitsgemeinschaften setzen sollte. Diese Bekundung ist in unseren Augen skandalös, weil sie von einem BDPh-Mitarbeiter getragen wird und damit auch vom BDPh. Eigentlich ist dies eine Art "Kriegserklärung" an uns BDPh-Ortsvereine...

Neben dem für markig-sinnfreie Phrasen bekannten Forumsvorsteher Michael Lenke, blasen auch andere BDPH-Funktionäre ins gleiche Horn. So gibt der ehemalige Kassenwart des BDPH Lars Böttger folgendes zum besten: "Als Ex-Schatzmeister FREUE ich mich über MEHR Direktmitglieder! Der BDPh kann gar nicht genug Direktmitglieder haben!"

Mit diesen Bekundungen konterkariert das BDPH-Fußvolk im Übrigen auch den eigenen Präsidenten, der anlässlich seines kürzlichen Besuches beim WPHV sich noch dafür einsetze, sich dem Thema Direktmitgliedschaften persönlich anzunehmen (Quelle: http://wphv.de/news.php).

Man darf also davon ausgehen, dass das subjektive Empfinden des WPHV der Realität sehr nahe kommt und der Besuch von Decker beim WPHV wohl nur als Beruhigungspille gemeint war. Für die Vereine, die das Fundament der organisierten Philatelie darstellen, ist diese Erkenntnis jedenfalls keine gute Nachricht.

Für den neutralen Betrachter hat das Ganze schon etwas von bizarr und kafkaesk: Der eigene Dachverband klingelt den Vereinen das Totenglöckchen, anstatt sich Gedanken zu machen, wie man die Vereine stärkt (was eigentlich seine Aufgabe wäre). Hier führt sich eine Organisation, die seit Jahren um ihre Berechtigung ringt, in aller Öffentlichkeit selbst ad-absurdum.
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Re: Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon th1975 » Mittwoch 21. Januar 2015, 15:55

Das ist echtes Titanic-Feeling. 1911 wurden die Rettungsboote knapp, heute ist es das Geld. Das Verhalten der Crew ist aber das Gleiche. Rette sich wer kann und den letzten beißen die Hunde. Es wird für jeden Leser deutlich, daß der BDPH wenn es denn sein muß, eher die Vereine opfert, als selbst etwas herzugeben. Dafür ist argumentativ jedes Mittel recht, wie die Diskussion im Verbandsforum zeigt.

Hier noch der Link zu dem popcorn-tauglichen Thread :mrgreen: Gut, daß wir das Thema auf der Zuschauertribüne sehr gelassen verfolgen können.

http://www.bdph.de/forum/showthread.php ... post131131
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Re: Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon MarkusZech » Mittwoch 21. Januar 2015, 17:17

Das hat weniger was mit "Krieg" zu tun, als mit den Kampf um die besten Plätze am Fleischtopf. Und hat der BDPH mit seiner ganzen (Überlebens-)Erfahrung natürlich einen riesigen Vorteil.
Verwendung des Avatar mit freundlicher Genehmigung von Thomas (th1975)
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Re: Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon Dauerserienfreund » Mittwoch 21. Januar 2015, 18:22

Redaktion hat geschrieben:Eigentlich ist dies eine Art "Kriegserklärung" an uns BDPh-Ortsvereine...


Krieg ... Hoho :lol: Nur weil der WPHV meint, dass dem so sei, ist der Wunsch noch keine Wahrheit. Was der BDPH macht ist völlig nachvollziehbar. Mit der Direktmitgliedschaft öffnet der Verband sich gerade den internetaffinen Sammlern, wie diese Gattung Mensch hier gerne bezeichnet wird, die mit Vereinstümmelei oft nichts anfangen können. Zu glauben, dass der BDPH dieses Angebot streicht oder Direktmitglieder in Vereinsmitglieder überführt, ist schon reichlich naiv.
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Re: Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon Cicero » Donnerstag 22. Januar 2015, 08:15

Liebe Philatelisten.

Nun, den Stein der Weisen gibt es leider nicht, eben so wenig wie es „den Philatelisten“ gibt.
Der eine ist im Ortsverein organisiert, der nächste in einer Arge, ein weiterer liebt Briefmarkenforen und wieder ein anderer möchte nur Direktmitglied beim BDPh sein. Wenige sind auf mehreren Ebenen aktiv.

Jeder hat sicher seine individuellen Gründe seinem Hobby so und nicht anders nachzugehen und daher hat auch jede Form der „organisierten“ oder „nicht organisierten“ Philatelie seine Berechtigung.

Bei aller berechtigter Kritik gegenüber dem, oftmals hilflos anmutendem Agieren des BDPH, halte ich die Unterstellung dieser würde seine eigenen Ortsvereine fallen lassen für reichlich gewagt und über das Ziel hinausgeschossen.

Nochmals, den Stein der Weisen gibt es nicht und jeder der sich für die eine oder andere Form des Briefmarkensammelns stark macht sollte diejenigen, die sich anders „organisieren“ respektieren und zunächst einmal auch lautere Absichten unterstellen.

Ob Ortsvereine, ARGE’en oder Internetforen; zum gegenseitigen Nutzen sollte hier eine enge Zusammenarbeit und Vernetzung stattfinden. Plattform hierfür kann meines Erachtens vorrangig nur das Internet sein und von meinem Verband, dessen Direktmitglied ich bin, würde ich genau hierzu eine Initiative erwarten. Nicht spalten und Gräben vertiefen ist angesagt sondern Koordination von Zusammenarbeit wobei dass philatelistisches Wissen aller Beteiligten auch möglichst allen Philatelisten frei zugänglich gemacht wird.

Hiermit rufe ich meinen Verband, den BDPh auf die eben angesprochene Zusammenarbeit von Ortsvereinen, Arbeitsgemeinschaften und Briefmarken-Foren zu initiieren. Die Verantwortlichen der angesprochenen Institutionen sollten Ihrerseits mit dem Wunsch der Zusammenarbeit auf den BDPh zugehen.

Mit philatelistischen Grüßen

Wolfgang Schneider
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Re: Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Dienstag 27. Januar 2015, 19:45

Mal wieder eine ungeschickte Formulierung von mir (... eine Art "Kriegserklärung"...), doch in der Sache nicht ganz falsch, denn für mich ist in der Diskussion im BDPh-Forum vor allem eines ziemlich deutlich geworden:

Der BDPh wirbt mit Dollar- bzw. Eurozeichen in den Augen massiv und aggressiv um Direktmitglieder - und dies mit einer perfiden Zukunftsstrategie auch indirekt bei den Ortsvereinen: Denn in Ortsvereinen in Not (und dies werden in den nächsten zwanzig Jahren so gut wie alle sein) steckt ein enormes Akquisitionspotenzial an Direktmitgliedern, wenn sich die Ortsvereine auflösen (müssen). Wo sollen dann die ehemaligen Ortsvereinsmitglieder ihre neue philatelistische Heimat bekommen, wo sollen sie denn Mitglied bleiben? Kein Problem, denn zum Glück gibt es ja noch den BDPh, der dann mit seinem attraktiven, leistungsstarken und dann endlich auch quasi konkurrenzlosen Angebot für Direktmitglieder den selbstlosen Rettungsengel in der Not spielen kann!

Darum lohnt es sich auch seitens des BDPh nicht, in die Ortsvereine zu investieren, was die BDPh-(Ex-) Offiziellen mehr oder weniger deutlich in der BDPh-Forumsdiskussion auch zum Ausdruck brachten. Was muss alles noch passieren, bis der letzte BDPh-Ortsverein kapiert, dass für den BDPh die Ortsvereine auf der Zeitachse in die Tonne gehören, aber deren realen und potenziellen Mitgliedern die Türen verlockend und salbungsvoll geöffnet werden für Direktmitgliedschaften?
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Re: Hat der BDPH seinen Ortsvereinen den Krieg erklärt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Samstag 31. Januar 2015, 00:59

Der BDPh hat seine "Kriegserklärung" zurückgezogen, in dem er einer Forderung des WPhVs nachgekommen ist:

Ab heute finden sich in der BDPh-Vereinsdatenbank alle 55 (!) örtlichen Sammlergruppen der BDPh-Ortsvereine im Gebiet des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine e.V. Damit hat der BDPh einen konkreten Beitrag zur Sicherung und Stärkung der Ortsvereine geleistet. Das ist (nicht nur) für den WPhV ein Grund zur Freude!
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