Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als echt

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Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als echt

Beitragvon Redaktion » Donnerstag 9. Oktober 2014, 13:16

Der Prüfer des VP e.V. Robert Brunel betreibt bei Ebay einen Online-Shop: Unter robert.brunel finden sich die unterschiedlichsten Angebote verschiedener Sammelgebiete. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Besatzungsausgaben WK II, Sudetenland und Feldpostausgaben. Die bisherigen Bewertungen des Accounts deuten auf professionellen Service und zufriedene Kunden hin.

Was jedoch zu schlimmen Befürchtungen Anlass gibt, ist der Umstand, dass Herr Brunel im offensichtlich größeren Stile, mindestens jedoch 10mal, gestempelte Feldpostmarken Deutsches Reich Nr. 3 mit dem Attribut "echt" verkauft und sich der Stempel nach Prüfung durch den zuständigen BPP Prüfer Herrn Gabisch als schnöder Falschstempel herausstellt (Ebay-Angebot und Markenscans siehe Anlage).

Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass ein erfahrener Experte wie Brunel, der als Privatprüfer selbst Feldpostmarken prüft, genau weiß was er da anbietet. EIne Diskussion über mögliche Fahrlässigkeit oder Vorsatz wollen wir an dieser Stelle daher überhaupt nicht führen. Die reinen Fakten sprechen eine sehr deutliche Sprache. Wer "echt" anbietet, muss auch "echt" liefern, auch wenn der Kaufpreis wie in diesem Falle nur 9,90 EUR beträgt.

Neben dem merkantilen Schaden der dem Käufer entstanden ist (Kaufpreis, Prüfgebühr, persönlicher Aufwand), sehen wir den viel größeren Schaden im Verlust des Vertrauens den die Masse der Sammler Herrn Brunel bis dato entgegengebracht hat. Galt doch der Kauf bei einem Prüfer bis dato in jedem Fall als "todsichere Sache".

Muss man jetzt wirklich damit rechnen, als Sammler auch noch von einem Prüfer über den Tisch gezogen zu werden?

Wir denken nein, aber das Urvertrauen, dass man auch dem VP e.V. entgegengebracht hat, ist mit diesem Faux-Pas auf jedem Fall erst einmal erschüttert. Man kann daher nur hoffen, dass sich dieser Fall tatsächlich als Einzelfall erweist und der Philatelie und dem Prüfwesen in Deutschland weiterer Schaden erspart bleibt.

Auf jeden Fall sind wir sehr gespannt, wie der VP e.V. mit dieser "Nagelprobe" umgeht und ob der noch junge Prüferverband in der Lage ist die richtigen Korrekturmaßnahmen zu initiieren.

.

Brunel_1.jpg


Brunel_2.jpg


Stempel falsch.jpg


Stempel falsch R.jpg
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon RLP-Prinz » Donnerstag 9. Oktober 2014, 19:12

Aus meiner Sicht ist das ein ausgemachter Skandal und kein Faux-Pas. Wenn man einem Prüfer nicht mehr trauen kann, na dann gute Nacht. Wieso setzt der Vpp Brunel nicht genauso vor die Tür, wie das der Bpp schon vor Jahren gemacht hat?

meint Edgar Weiss, Oggersheim
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon db50 » Donnerstag 9. Oktober 2014, 19:35

Herrn Brunel kenne ich persönlich als begeisterten und verlässlichen Philatelisten. Mit solchen nicht entschuldbaren Aktionen wird er aber zur tragischen Figur.

Dirk Bachau
Eine Übersicht über alle bisher von mir verfassten Beiträge findet ihr hier
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon ZD-Fan » Freitag 10. Oktober 2014, 13:54

Ich wundere mich etwas über die meiner Meinung nach unangebrachte politisch korrekte Formulierung des Sachverhaltes durch @Redaktion.

Ich weiß ja nicht wie das die anderen hier im Forum sehen, aber wenn mir ein Prüfer Marken aus seinem eigenen Prüfgebiet als echt andreht und sich diese dann als falsch herausstellen, würde ICH das ganze als vorsätzlichen Betrug bezeichnen.

Werner Schmitz, Attendorn
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Kontrollratjunkie » Freitag 10. Oktober 2014, 14:08

Bitte eines bedenken:
Der VP e.V. hat in seiner Prüferliste derzeit keinen Prüfer für das Gebiet der Feldpostmarken stehen.

http://vppev.de/index.php/pruefgebiete

Die Prüfung von Marken der Deutschen Feldpost im II. Weltkrieg nimmt Herr Brunel lediglich als Privatexperte vor.

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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon ZD-Fan » Freitag 10. Oktober 2014, 14:13

Kontrollratjunkie hat geschrieben:Die Prüfung von Marken der Deutschen Feldpost im II. Weltkrieg nimmt Herr Brunel lediglich als Privatexperte vor.


Hallo @Kontrollratjunkie, das war mir schon bewusst; wurde ja so auch von @Redaktion geschrieben. Ich halte es aber für völlig unerheblich ob Herr Brunel Feldpost privat oder als VPP Mann prüft. Es ist und bleibt SEIN Prüfgebiet.
Und wenn mir ein Prüfer aus seinem Prüfgebiet etwas falsches als echt andreht, würde ICH (<--- meine Meinung) das als Betrug mit Vorsatz bezeichnen. Oder der Mann ist total inkompetent und hat keine Ahnung. Dann ist er als Prüfer aber eine komplette Fehlbesetzung.
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon MarkusZech » Freitag 10. Oktober 2014, 17:51

Ich habe heute mal etwas recherchiert und folgende ebenso dubiose Auktion bei Brunel entdeckt. Eigentlich gleiches Schema. Viererblock Luftfeldpost mit Phantasiestempel, das ganze angeboten als echt.

http://www.ebay.de/itm/360466805191?ssP ... 1423.l2649
brunel phantasie.jpg


Scheinbar hat der Anbieter aber Wind von diesem Thread hier bekommen und hat das Angebot vorzeitig beendet, was den sechs Sammlern die schon gekauft haben, aber nicht weiterhilft.

Schlimm das ganze :(

MZ
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon MarkusZech » Freitag 10. Oktober 2014, 18:13

Noch so ein Ding. Zwar mit "nachgestempelt" korrekt beschrieben, aber ich frage mich warum ein Prüfer es nötig hat so einen Schrott = verfälschte Briefmarken an Sammler zu verkaufen.

http://www.ebay.de/itm/Serbien-58-61-na ... 7675.l2557

nachgestempelt1.jpg
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Dauerserienfreund » Samstag 11. Oktober 2014, 13:21

Das ist ja mal eine heftige Nachricht. Wollte es erst gar nicht richtig glauben :o Brunel war für mich bisher so etwas wie einer der verläßlichen Leuchttürme in der Philatelie. Erst die Sache mit dem BPP Ausschluß und dann so eine Geschichte :roll: Eigentlich nicht zu fassen.

Über die Frage ob Brunel Privatprüfer Feldpost ist oder nicht, kann ich den Scan eines Privat-Attest beisteuern.

Brunel Privatprüfer.jpg


Ja er ist Privatprüfer Feldpost.


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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon RLP-Prinz » Samstag 11. Oktober 2014, 21:41

MarkusZech hat geschrieben:Noch so ein Ding. Zwar mit "nachgestempelt" korrekt beschrieben, aber ich frage mich warum ein Prüfer es nötig hat so einen Schrott = verfälschte Briefmarken an Sammler zu verkaufen.

http://www.ebay.de/itm/Serbien-58-61-na ... 7675.l2557

nachgestempelt1.jpg


Hier ruiniert jemand für Kleingeld seinen guten Ruf. Wer soll das verstehen?
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon zackenbaer » Sonntag 12. Oktober 2014, 14:40

Auch bei StampsX zermattert man sich über den Fall den Kopf und ist ähnlich fassungslos wie hier
http://www.stampsx.com/forum/topic.php? ... 2d67f185e8
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Es ist zum ko..en!!!

Beitragvon th1975 » Sonntag 12. Oktober 2014, 21:56

Und immer wenn man glaubt, die Talfahrt unseres Hobbys ist zu Ende, wird man eines besseren belehrt. Der ganz offensichtlich vorsätzliche Betrug durch einen Prüfer des VPP ist eine neue Qualität und man fragt sich unwillkürlich, mit was müssen wir Briefmarkensammler als nächstes rechnen müssen? Es scheint keine Tabus mehr zu geben.

th1975 (Thomas Schmitt) :shock:
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon T22 » Dienstag 14. Oktober 2014, 20:58

Als Briefmarkensammler muss man einiges aushalten, wenn man seinem Hobby treu bleiben will

-der eigene Sammlerverband hängt die arbeitsintensive aber erfolglose Fälschungsbekämpfung an den Haken und vertickert stattdessen 3-EUR-Sammlerbelege und Kredikartenverträge

-die Sammlerzeitschrift Philatelie macht Werbung für dubiose Nachgummierer und Nachzähner

-Händler und Auktionshäuser verkaufen statt an treue Kunden am liebsten an ahnungslose Opfer

-bei Ebay herrscht sowieso Wildwest at its best

-und jetzt kommt auch noch heraus, daß auch Prüfer sich dem gesetzlosen Treiben das in der Philatelie herrscht anschließen

Man muss sein Hobby schon sehr mögen :roll:

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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Reinhard Fischer » Sonntag 30. November 2014, 15:00

Ich finde diese offensichtlich gezielt gestartete Schmutzkampagne zum Kotzen. Man sollte doch mal ganz klar festhalten, dass in der Artikelbeschreibung ganz klar "Gefälligkeitsstempel" steht. Dafür gibt es im Michel eine eigene Bewertung, und zwar 4,50 je Stück ("echt" gestempelt kostet 350,-). Der Ansatzpreis bei Ebay ist auch entsprechend.

Dummerweise verwendet Michel die Bezeichnung Gefälligkeitsstempel (Kreis mit gestricheltem Einsatz) nicht entsprechend der philatelistischen Begriffsbestimmungen. Eigentlich ist eine Gefälligkeitsabstemplung eine amtliche Entwertung, bei der man halt nur weiß, dass sie nur für philatelistische Zwecke eingesetzt wurde (z.B. die gedruckten Stempel auf DDR-Marken). Bei Danzig aber z.B. steht im Michel das Zeichen für nicht prüfbare Stempel und zwar sind das Stempel, bei denen man weiß, dass sie sowohl zeitgerecht verwendet wurden als auch rückdatiert und man kann halt auf der losen Marke nicht beweisen, was zutrifft. Bei den Marken der Marianen (1-6) oder den China-Handstempeln (8-14) steht das Zeichen für zurückgedrehte Stempel, wobei die Marken zum Stempelungszeitpunkt noch frankaturgültig waren.
Bei der Feldpostmarke mit dem "2 Kg" - Aufdruck meint Michel offensichtlich Rückdatierungen oder komplett gefälschte Stempel, denn amtliche Gefälligkeitsstempel hat es nie gegeben (siehe Michel: die Marke wurde überhaupt nicht an Sammler abgegeben, dann entfällt auch der Bedarf für eine Sammlerentwertung).
Nach den philatelistischen Begriffsbestimmungen ist eine Rückdatierung aber ein Falschstempel, auch wenn der Stempel als solcher ein Originalstempel ist (jedenfalls wenn die Rückdatierung nicht amtlich veranlasst wurde, dann ist es wirklich ein Gefälligkeitsstempel).
Das Gefälligkeitsstempel-Zeichen ist also wie bei Danzig und den Kolonien Unfug, steht aber seit Jahrzehnten so im Michel und und das ist in Anbetracht der Riesenbewertung auch zu verschmerzen.
Herr Gabisch liegt sicher nach den Begriffsbestimmungen formal richtig, wenn er so etwas als falsch signiert. Die Begriffsbestimmungen sind aber kein Gesetz und wie gesagt hält sich nicht einmal Michel daran. Jemandem, der solche im Michel notierten Sachen mit der korrekten Beschreibung anbietet, nun Betrugsabsicht oder überhaupt nur Fehlverhalten zu unterstellen, ist absurd.

Herr Brunel ist übrigens auch als "Privatprüfer" kein "Feldpostprüfer", genauso wie Guido Gabisch kein "Feldpostprüfer" ist (er ist nur Prüfer für ganz bestimmte Feldpostausgaben). Es ist etwas anderes, eine Krim-Marke zum Prüfen als diese 2-Kg-Marke. Walter Zirath (der für diese Marke Prüfer im BPP ist) käme auch nicht auf die Idee, die 2-Kg-Marke zu prüfen. Der Grund ist ganz einfach: die Marke gibt es eigentlich nur mit "Heimatstempel", man muss also im Prinzip alle Stempel des Deutschen Reichs kennen.

Und übrigens: Welchen Grund gab es denn überhaupt, diese Marken zum Prüfen zu schicken ? Michel 18 EUR, Handelswert keine 10 EUR, Prüfgebühren mit Porto 30 EUR + ? Da glaubt entweder jemand an Wunder ("vielleicht hat der Anbieter ja keine Ahnung und ich mache das Super-Schnäppchen") oder man möchte halt einfach jemanden in den Schmutz ziehen, dessen Name einem nicht passt.

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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Norbert » Sonntag 30. November 2014, 16:33

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

vielen Dank für Ihren kritischen Beitrag, zu dem ich als Betreiber dieses Forums und Geschäftsführer des ideelen Trägers gerne Stellung nehme.

1. WIe Sie richtig selbst erwähnen, hat ein Gefälligkeitsstempel ein Abdruck von einem echten zeitgerecht verwendeten Stempelgerät zu sein. Meist geschieht dies zu Sammlerzwecken durch Versandstellen oder den freundlichen Beamten des Postamts des eigenen Vertrauens.

2. Wie Sie auch richtig darstellen, kann der Abdruck von einem Falschstempel niemals ein Gefälligkeitsstempel sein. So ein Abdruck ist und bleibt immer falsch.

3. Wie Sie ebenso richtig bemerken, kann es von dieser Marke überhaupt keine Exemplare mit Gefälligkeitsstempel geben, da die Marken nicht an Sammler verkauft wurden. Auch ein Stempelabdruck auf einem Viererblock ist natürlich kompletter Unfug. Die Marke wurde ausschließlich in Einzelexemplaren verwendet.

4. Insofern entspricht Ihre Sachdarstellung komplett den bekannten Fakten. Um so erstaunlicher ist es, dass sich diese Faktenlage nicht in dem Angebot von Herr Brunel widerspiegelt.

5. Die von Herrn Brunel in großer Stückzahl verkauften Marken wurden mit den Artikelmerkmalen echt angeboten. In der weiteren Beschreibung wurde der Artikel dann mit dem Attribut "Gefälligkeitsstempel" versehen.

6. Beide Artikelmarkmale entsprechen jedoch nicht den zuvor dargelegten Fakten. Weder trifft das Artikelmerkmal "echt" zu, noch das Merkmal "Gefälligkeitsstempel". Der Stempel ist ein trivaler Falschstempel, was durch die von uns veranlasste Prüfung durch BPP Gabisch bestätigt wurde.

7. Genau an diesem Punkt muss ich mich als Sammler fragen, wieso Herr Brunel diese Faktenlage bei seinem Angebot nicht mit aufführt und den uninformierten Sammler im Glauben lässt, möglicherweise doch ein Schnäppchen gemacht zu haben. Sich hier hinter einem Kataloghersteller zu verstecken, der fachlich einem Experten wie Brunel nicht das Wasser reichen kann, halte ich für eine konstruierte und billige Rechtfertigung eines mehr als zweifelhaften Verkaufgebahrens.

8. Die von Herrn Brunel praktizierte Verkaufsstrategie findet sich bei Ebay leider häufiger. Unabhängig davon wie man hierzu steht, erachten wir dieses Gebahren von Seiten eines Prüfers als in jeder Hinsicht inakzeptabel. Unabhängig davon ob es sich hierbei um einen Prüfer des BPP oder des VP handelt, zerstören derartige Geschäftsmodelle das Vertrauen der Sammler in die von den meisten Philatelisten als letzte Bastion wertgeschätzte Prüfergilde.

9. Um den gesetzlichen Anforderungen Genüge zu tun, hätte Herr Brunel sein Angebot ganz einfach wie folgt beschreiben müssen: Artikelmerkmal: falsch.

10. Leider hat Herr Brunel genau das nicht getan. Insofern muss er sich den dargelegten Vorwürfen aussetzen. Mit einer Kampagne gegen Herrn Brunel oder den VP - wie das von Ihnen behauptet wird - hat das überhaupt nichts zu tun. Hier sprechen die Fakten eine ganz eindeutige Sprache.

11. Im Übrigen, sehr geehrter Herr Dr. Fischer, frage ich mich an diesem Sonntagnachmittag, wieso Sie und nicht Herr Brunel zu den geäußerten Vorwürfen Stellung nehmen. Ich will nicht verhehlen, dass die Verbundenheit Ihres Hauses mit dem VP von zahlreichen Sammlern und Verbänden durchaus kritisch bewertet wird und natürlich auch Ihre Darstellung in ein ganz bestimmtes Licht rückt.

Ich zitiere dabei von der Homepage des VP unter http://www.vppev.de (Arikel vom 27.10.2014)

Ein großer Dank geht an das Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer in Bonn, das am ersten Abend der Messe alle anwesenden Verbandsprüfer zu einem Sechsgänge-Menü in einem Sterne-Restaurant einlud.

Mit freundlichen Grüßen
Norbert Geisler
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Reinhard Fischer » Sonntag 30. November 2014, 17:35

Sehr geehrter Herr Geisler,

ich habe einmal bei einem bekannten Auktionshaus, dessen Chef auch ein bekannter Prüfer im BPP ist, eine Sammlung besichtigt, die leider komplett aus falsch gestempelten Laibach-Marken mit falschem Prüfzeichen Brunel BPP bestand. Sicherlich so 2000 EUR Ausruf. Eigentlich einfach zu erkennen, weil Robert Brunel so teure Marken nie signiert hat, sondern immer Atteste/Befunde geschrieben hat. Das muss man aber auch erst einmal wissen.

Ich habe das dem Kollegen gesagt und dann wurde das Los zurückgezogen und damit war die Sache erledigt. Vermutlich hat ihm ein netter Einlieferer etwas untergeschoben.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, meinen Kollegen deswegen in einem Forum an den Pranger zu stellen nach dem Motto "BPP-Prüfer bietet auf seiner Auktion falsche Laibach-Marken an".

Aber hier wird genau das gemacht, wegen Marken im Handelswert von nicht einmal 10 EUR und von denen nicht einmal die Michelredaktion weiß, dass es gar keine "gefälligkeitsgestempelten" Stücke von dieser Marke gibt.

Beste Grüße

Reinhard Fischer
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Norbert » Sonntag 30. November 2014, 17:58

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

ich möchte in diesem Zusammenhang daraufhinweisen, dass wir (als Bund-Forum) naturgemäß eine andere Betrachtungsweise auf derartige Vorgänge haben als Händler, Auktionatoren oder andere gewerbliche Unternehmen der Branche. Ich zitiere aus unseren Zielen:

Darüber hinaus ist es unser Anliegen Sammler über ihre gesetzlichen Rechte als Verbraucher zu informieren und durch die Bereitstellung aktueller Informationen vor dem Erwerb verfälschter Briefmarken zu warnen.

Aus dieser Zielsetzung wird deutlich, dass wir ein offensichtliches Fehlverhalten eines Prüfers öffentlich machen und unsere Leser informieren. Ob es dabei um 10 oder 10.000 EUR geht, ist dabei unerheblich.

Den von Ihnen geschilderten Fall kenne ich leider nicht und kann ihn daher auch nicht einschätzen. Sofern Sie jedoch ein tatsächliches Fehlverhalten eines BPP-Prüfers vermuten, bitte ich Sie darum uns alle Fakten unter info@bund-forum.de zu übersenden. Sofern sich Ihr Vorhalt bestätigen sollte, werden wir auch hierüber in der gebotenen Form so objektiv wie möglich berichten.

Mit freundlichen Grüßen,
Norbert Geisler
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Reinhard Fischer » Sonntag 30. November 2014, 18:11

Sehr geehrter Herr Geisler,

noch einmal: ich wende mich dagegen, hier so einfach jemand an den Pranger zu stellen. Ich kann weder in dem Fall mit der 2 Kg-Marke noch bei den Laibach-Marken ein Fehlverhalten erkennen. Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht und niemand kann in der Philatelie alles wissen.

Beste Grüße

Reinhard Fischer
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon MarkusZech » Sonntag 30. November 2014, 19:13

@Reinhold Fischer

Als Briefmarkensammler befremdet es mich, wie sie versuchen die fragwürdige Geschäftsaktivität von Hrn. Brunel zu rechtfertigen. Über das was Brunel da abgeliefert hat, sollte es keine zwei Meinungen geben.
Ich persönlich halte Essenseinladungen für Prüfer übrigens für sehr bedenklich. Prüfer sollten frei von jeder Form der Einflussnahme von Außen arbeiten können. Wenn ein Auktionshaus wie das ihrige hier anders agiert, gibt das reichlich Anlass zu Spekulationen und Befürchtungen. Möglicherweise fühlt sich dann einer der Prüfer nach dem obulenten 6-Gänge Menü verpflichtet. Ich möchte da gar nicht weiter denken.

Stimmt es eigentlich, dass sie selbst VP-Prüfer werden wollen?

fragt Markus Zech
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Re: Prüfer des VP e.V verkauft Marken mit Falschstempel als

Beitragvon Cicero » Sonntag 30. November 2014, 23:17

Sehr geehrter Herr Fischer,
sehr geehrter Herr Brunel.

Jenseits jeglicher juristischer Bewertung des Sachverhalts und jenseits aller Sophisterei um die Begrifflichkeit „Gefälligkeitsstempel“; als Käufer lese ich im Angebot um die Feldpostmarken: E C H T und P R Ü F E R.
Geliefert wird aber (für immerhin 10 €) philatelistischer Schrott ohne jeglichen Wert.
Das nenne ich im höchsten Maße unseriös und eines Prüfers unwürdig.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schneider
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