Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

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Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Redaktion » Freitag 19. Dezember 2014, 19:07

Der traditionsreiche Württembergische Philatelisten Verein Stuttgart 1882 e.V. (kurz: WPHV) war bis dato ein kritisches Mitglied des BDPH, das als einer der wenigen seine Finger schonungslos in die zahlreichen offenen Wunden des Sammlerverbandes legte.

Die folgende Pressmitteilung, die man bis vor wenigen Tagen auf der Webseite des WPHV lesen durfte, spricht für sich:

Wir schämen uns mal wieder für unseren Bundesverband (BDPh), der seine Aufgabe anscheinend immer mehr darin sieht, nicht als "Interessensvertreter der mehr als 3 Millionen Briefmarkensammler in der Bundesrepublik Deutschland" (Zitat aus der BDPh-Homepage) tätig zu sein, sondern eher zu deren Schaden: Was spätestens bereits um 2002 deutlich wurde, als der BDPh bei der Euro-Einführung kraft- und willenlos agierte und so das Vernichten von Millionenwerten bei den Sammlern über ein wehrloses Akzeptieren der kurzen Umtauschzeiten für die bis dahin frankaturgültigen DM-Briefmarken indirekt unterstützte, findet nun ein weiteres plakatives Beispiel:

Seit jüngstem wird vom BDPh selbst eine sogenannte "BDPh-Belege-Edition" herausgegeben, in welcher Belege ohne jegliche (zumindest für uns erkennbare) philatelistische Qualität für teures Geld verkauft werden. Diese Belege sind in unseren Augen Phila-Schrott übelster Machart und werden daher wohl auch niemals in einer ernstzunehmenden Ausstellungssammlung zu sehen sein, da sie den vom BDPh selbst (mit-) entwickelten Qualitätskriterien für Ausstellungsbelege nicht entsprechen.

Diese "BDPh-Belege" stehen in einer Reihe mit Ersttagsblättern, Ersttagsbriefen, Messebriefen und den vielen anderen Machwerken der sammlerfeindlichen Briefmarken-Lobby, die niemals einen Postsack von innen gesehen haben. Diese Belege dienen vielmehr dazu, uninformierten, nicht aufgeklärten Sammlern Geld aus der Tasche zu ziehen und dafür nett anzusehendes, aber wertloses Altpapier zu bekommen.

Unser Verein, der als ältester Verein im Ländle sich in über 130 Jahren eine gewisse philatelistische Grundkompetenz erarbeitet hat, distanziert sich ausdrücklich von der "BDPh-Belege-Edition", da in ihr in unseren Augen keinerlei philatelistische Qualität zu erkennen ist und daher auch sie unserem Hobby nachhaltig schaden wird. Daher empfehlen wir unseren Mitgliedern, Facebook-Freunden und Besuchern dieser Seite, diese Pseudo-Belege nicht zu kaufen oder, wenn's schon in den Fingern juckt, dann nur mit dem Wissen, dass ein Kauf dieser Pseudo-Belege mittel- und langfristig eine hochprozentige Kapitalvernichtung sein wird!

Warum wir uns darüber so ärgern? Ganz einfach:

Wir als Verein sind nicht in der "Etappe" beim Fingerfood und beim Fotoshooting mit wichtigen Ministriellen bei den viel zu vielen Briefmarken-Präsentationen oder bei den viel zu vielen anderen angeblich so wichtigen Events, die dem Sammler aber nicht wirklich helfen, sondern wir stehen direkt an der "Front":

Wir kämpfen um jeden Sammler und um jedes Mitglied und müssen dabei beispielsweise an jedem Vereinsabend Sammler bzw. deren Erben trösten, die erkennen, dass sie mit ihrem von der Briefmarken-Lobby aufgeschwatzten Sammeln (à la Neuheiten-Abo, Vordruckalbum, Karton-Philatelie, Ersttagssonderstempel usw.) eine hochprozentige Kapitalvernichtung betrieben haben. Wir spüren jedesmal, wie bei ihnen innerlich die Wut und Frustration auf Briefmarken hochsteigt und unsere Chancen entsprechend auf Null sinken, sie für unser Hobby zu begeistern. Angesichts dieses Schocks sind die eigentlich an unserem Hobby potenziell Interessierten nicht nur für unser Hobby unwiederbringlich verloren, sondern sie multiplizieren ihre Negativ-Erfahrung in ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis entsprechend weiter. So wird es immer schwieriger und aufwändiger, neue Interessierte für unser Hobby zu gewinnen, was so gut wie jeder an der "Front" bestätigen kann.

Diese - jetzt auch vom BDPh offiziell betriebene - Kapitalvernichtung bei unbedarften gutgläubigen Sammlern ist in extremster Form destruktiv für unser Hobby: In einem von einem Sammler empfundenen Schadensfall hilft dann auch das ganze von der Briefmarken-Lobby für die Fälle "hinterher" vorgegebene Pseudo-Rechtfertigungs-BlahBlah (à la "jedes Hobby kostet Geld", "Wer ein Buch kauft, wird es später auch nicht mit Gewinn weiterverkaufen können" usw.) nicht wirklich, wenn "vorher" immer etwas von "Aktie des kleinen Mannes", "Einmalig seltene Belege" usw. geschwafelt wird. Dieses "Vorher-Hinterher" hat dann den Charakter einer arglistigen Täuschung,

Wir hatten gehofft, mit dem neuen, auch von uns in Heidenheim 2013 gewählten BDPh-Vorstand kommt ein frischer Wind in den BDPh, der sich dann endlich tatsächlich im Interesse der angeblich 3 Millionen Briefmarkensammler engagiert, doch es gibt eigentlich nur weitere Enttäuschungen, wie jetzt nur beispielhaft diese "BDPh-Belege-Edition", die zwar läppisch mit ein paar Euro Kosten daherkommt, doch für jeden leicht erkennbar den BDPh als Mitglied der Briefmarken-Lobby demaskiert: Die nachhaltige Pflege und Stärkung unseres Hobbys wird geopfert für einen schnellen kurzfristigen Umsatz im Sinne "Nach mir die Sintflut".

Wollen wir hoffen, dass wir endlich bald auch wirklich erwähnenswertes Positives vom BDPh berichten können!



Nachdem der BDPH-Präsident, offensichtlich alarmiert von dem kritischen Statement seines Heimatverbands, am 02.12.2014 den WPHV besuchte, liest sich die aktuelle Pressemitteilung zum Erstauen mancher und Entsetzen vieler komplett anders.

Wir wollen im Jahr 2032 unseren 150. Geburtstag feiern und wir arbeiten daher mit aller Kraft daran, dass unser Hobby weiterhin attraktiv bleibt, Mißstände abgebaut und die Kräfte, die wir alle haben, nicht zerfleddert und zerstreut, sondern zum Wohl des Ganzen gebündelt werden, auch wenn dieser Weg schwieriger ist.
Wir bekommen (wie bisher) nur dann kontinuierlich aktive Mitglieder für unsere Zukunftssicherung, wenn wir die Interessen der Sammler und unseres Hobbys und nicht die der Briefmarken-Lobby vertreten. Das ist uns bewusst und so arbeiten wir.

Der Besuch von Herrrn BDPh-Präsident Decker war eine Win-Win-Situation: Der "Wir schämen uns mal wieder"-Artikel wurde zurückgezogen (man kann natürlich auch sagen "selbstzensiert"), zumal einige unserer Mitglieder die Veranstaltung auch nutzten, beim BDPh-Präsidenten persönlich die umstrittenen Belege zu kaufen, was zeigt, wie komplex und vielschichtig die Thematik ist.

Mit unserer Kritik an der BDPh-Belege-Edition haben wir als Verein ziemlich heftig getrommelt und wurden so auch erhört, denn beim sonst üblichen "Weichspülen" wäre nichts passiert. Doch so ist Herr Decker zu uns an die Vereins-"Front" gekommen, hat von unseren Nöten und Sorgen gehört - und dabei uns beispielsweise zugesichert, zu prüfen, wie künftig Interessenten auf eine Direktmitgliedschaft dem nächstgelegenen Verein zugeführt werden können, d.h. wie Vereine vor Ort aus diesem Pool neue Interessenten bzw. Mitglieder bekommen können.

In der Region Stuttgart dürfte es nach unserer Schätzung rund 200 BDPh-Direktmitglieder geben. Der Zukunftssicherung von örtlichen Vereinen (wie dem unseren) wäre geholfen, wenn ein paar dieser Miglieder künftig zu uns oder zu anderen örtlichen Vereinen stoßen und sich dort einbringen würden. Auch ist eine Vereinsmitgliedschaft i.d.R. deutlich kostengünstiger als die beim BDPh. Darüber hinaus bietet die BDPh-Direktmitgliedschaft keinerlei Mehrwert im Vergleich zu einer Vereinsmitgliedschaft. Das "Ich will nicht Mitglied in einem Verein sein"-Argument ist nach unserer Einschätzung von den Verbänden nur vorgeschoben, um selber "Kasse" zu machen. Kein Verein zwingt seine Mitglieder zur "Vereinsmeierei" oder zur Präsenzpflicht. Wir haben beispielsweise einige Miglieder, die bei unseren Treffen noch nie gesehen wurden und die auch keiner persönlich kennt.

In unserer Diskussion wurde Herrn Decker nach eigenen Angaben zum ersten Mal richtig bewusst, dass Direktmitgliedschaften (um die der BDPh mit von Vereinsbeiträgen finanzierten Mitteln bei der Deutschen Post AG (Neuheiten-Abonnenten) wirbt!!!) aus Sicht der Vereine problematisch sind, weil sie einen nicht unerheblichen Teil zum Vereinssterben beitragen.

Für uns ist der künftige Umgang des BDPh mit Direktmitgliedschaften, die grundsätzlich vereinsschädigend sind, ein wegweisendes Signal für uns Vereine im Sinne von "Hilft der BDPh tatsächlich AKTIV den Vereinen oder nützt er sie nur aus?"

Unser Fazit des Treffens ist, dass beide Seiten als Gewinner vom Feld gehen konnten - und so sollte es auch sein, um alle Kräfte gezielt zum Wohl unseres gemeinsamen Hobbys einsetzen zu können.



Was Herrn Feifel, Vorsitzender des WPHV, bewogen hat diesen "180 Grad Turn" zu fahren, können wir nur vermuten. Viele unserer Mitglieder äußern sich in Mails an unsere Redaktion frustiert oder wütend über diesen plötzlichen "Meinungswechsel". Und auch in anderen Foren ist die Mehrzahl der Meinungen hierzu mehr als kritisch.

Es bleibt bei aller Enttäuschung hierüber, daher nur die stille Hoffnung, dass der WPHV sich seine Fähigkeit zur konstruktiven Sachkritik nicht restlos für eine Kiste BDPH-Sammlerbelege hat abkaufen lassen.
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon db50 » Samstag 20. Dezember 2014, 22:30

Man kann die genauen Hintergründe natürlich nur vermuten. Es scheint mir aber fast so, dass der WPHV mit seinem ersten Artikel wohl etwas über die Linie getreten ist und der Präsident des BDPH den "schwäbischen Rebellen" klar gemacht hat, wer am längeren Hebel sitzt. "Ohne Moos nichts los", gilt eben gerade auch in der verbands- und vereinsorganisierten Philatelie. Dennoch finde ich es bemerkenswert, dass nicht alle Landesverbände des BPDH alles kritiklos hinnehmen, was sich der Verband an fragwürdigen Aktionen leistet. Ich drücke dem WPHV für die Zukunft jedenfalls die Daumen, dass sie auch künftig kritischer Partner eines Präsidenten sein können, der meiner persönlichen Ansicht nach in vielen Problembereichen die Bodenhaftung bereits verloren hat.

Dirk Bachau, Frankurt/Main
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Samstag 20. Dezember 2014, 22:42

Als Erster Vorsitzender des WPhV finde ich das Thema "Einknicken des WPhVs vor dem BDPh" albern und unangemessen. Gestern hatte ich dazu bereits ein ausführliches Statement geschrieben, das jedoch wegen eines formalen Fehlers ohne Rücksprache mit mir (z.B. Benachrichtigungsmail) gelöscht bzw. zensiert wurde. Der mühevoll geschriebene Artikel ist weg (ich habe ihn nicht gespeichert), was mich natürlich sehr ärgert. Hier nun mein zweiter Anlauf:

Bei dem hier anscheinend im Forum empfundenen "Einknicken" geht es um höhere (Vereins-) Ziele und nicht um eine billige Bespaßung von irgendwelchen Forumsmitgliedern, die im stillen Kämmerlein ihren BDPh-Frust virtuell von sich geben, ohne jedoch Mitglied in irgendeinem Verein zu sein, ohne irgendeine Vereinsverantwortung innezuhaben, ohne sich Gedanken zu machen, wie Vereine ertüchtigt werden können für die Zukunft. Der WPhV ist aber keine virtuelle Einzelperson, sondern seit 1882 ein realer offener pluralistischer Verein mit zurzeit rund 80 Mitgliedern, die sich alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Wohl des Vereins, des Hobbys und der Sammlerschaft einsetzen. Vereine aber gelten für die Forumsmitglieder (das unterstelle ich hier mal pauschal) im Zeitalter des Internets usw. als anachronistisches Auslaufmodell, warum sich also für einen Verein engagieren?

Vereine sind es aber, die vor Ort an der "Front" direkt face-to-face die Flagge für die Philatelie hochhalten: Vereine machen die Jugendarbeit, leisten (meistens unentgeldlich) Beratungen für Jedermann, organisieren Ausstellungen, Tauschtage und Sammlertreffs, unterstützen Anfänger beim Aufbau ihrer Sammlungen und warnen diese vor den Machenschaften der Briefmarken-Lobby und und und.

Wenn es denn tatsächlich so wäre, dass - wie der Forumsbetreiber schreibt - "viele" Forumsmitglieder jetzt vom WPhV "frustriert" und "wütend" sind, dann ist das mir und dem WPhV herzlich egal, denn keines dieser Forumsmitglieder ist auch Mitglied im WPhV und dies, obwohl der WPhV - bis zum angeblichen "Einknicken" - anscheinend in dem Forum als ein wahnsinnstoller Verein galt, der "als einer der wenigen seine Finger schonungslos die zahlreichen offenen Wunden des Sammlerverbandes legte".

Wenn man etwas gut findet, dann sollte man dies auch aktiv unterstützen. Es steht jedoch fest, dass die armen, jetzt frustrierten und wütenden Forumsmitglieder hier NICHTS zur Zukunftsfähigkeit des WPhVs beigetragen haben, beitragen und wohl auch beitragen werden. Die unverbindliche kostenlose Internet-Spaßgesellschaft lässt grüßen.

Wir würden uns jedoch sehr freuen über engagierte konstruktiv-kritische reale Mitglieder aus dem Forum hier- doch wo sind diese? An den Kosten kann es nicht liegen, dass keiner bei uns Mitglied werden will. Denn die Mitgliedsbeiträge sind bei uns nach Altersgruppen gestaffelt und betragen maximal nur 25 Euro pro Jahr für über 40 Jährige. Da zahlen die zahlreichen Forenmitglieder, die als vereinslose BDPh-Direktmitglieder in den verschiedensten Foren über den BDPh schimpfen, deutlich mehr für ihre BDPh-Direktmitgliedschaft, ohne dass sie dafür irgendeinen Mehrwert gegenüber einer Mitgliedschaft bei uns oder einem anderen Verein, der auch - wie wir - Mitglied im BDPh ist, bekommen würden, wie es uns auch BDPh-Präsident Uwe Decker bei seinem Besuch am 02.12.2014 persönlich bestätigen konnte.

Der WPhV will als Verein überleben und u.a. im Jahr 2032 sein 150. Vereinsjubiläum feiern - und dafür brauchen wir reale Mitglieder (wir haben zwischen 20 und 49 Jahren nur drei (!) Mitglieder) und nicht irgendwelche virtuellen Claqueure, die mit Vereinen und Vereinsarbeit nichts am Hut haben (wollen). Reale Mitglieder bekommen wir aber - neben einer engagierten Vereinsarbeit zum Wohl der Sammler vor Ort (25 Mitglieder haben wir seit meinem Vorsitz im Jahr 2006 neu akquirieren können) - auch über die Auflösung von vereinsschädigenden BDPh-Direktmitgliedschaften und Zuführung dieser Direktmitglieder zum "nächstgelegenen" Verein".

Wir haben diese "vereinsschädigenden Direktmitgliedschaften" zum Chef-Thema gemacht und BDPh-Präsident Uwe Decker hat deutlich zu spüren bekommen, dass er "liefern" muss. Wir sind auf seine "Lieferung" gespannt. Herr Decker ist nach seinem Besuch bei uns sicher nicht mit dem Gefühl nach Hause gefahren, dass der WPhV in einer "Friede- Freude- Eierkuchen-Stimmung" dank eines "Sammlerbelegs" nun "eingeknickt" wäre.

Dass bei der Eingabe des Worts "Direktmitgliedschaft" in die Suchmaske dieses Forums nichts auftaucht, bestätigt mich in der Annahme, wie vereinsfremd dieses Forum ist. So wollen möglicherweise die in zahlreichen Foren aktiven zahlreichen BDPh-Direktmitglieder größtenteils auch gar nichts mit der realen mühsamen Vereinswelt an der "Front" zu tun haben; nein, sie fühlen sich pudelwohl in der "Etappe" mit ihren kuscheligen elitären Arbeitsgemeinschaften und mit ihren virtuellen Forumsaktivitäten vom bequemen Sofa aus. Dass wir also unseren Finger mit unserer Forderung nach Abschaffung der BDPh-Direktmitgliedschaften schonungslos in eine noch viel schmerzhaftere Wunde gelegt haben, ist folgerichtig hier natürlich keine Meldung wert, aber alle Vereine werden es uns danken.

In dem für uns aus strategischer Sicht deutlich größeren Rahmen "Abschaffung der vereinsschädigenden Direktmitgliedschaften" konnten wir - ohne unglaubwürdig gegenüber uns, unserem Hobby und den Sammlern zu sein - auch Herrn Decker den Gefallen tun, unseren umstrittenen BDPh-Belege-Artikel zu streichen, zumal dieser auch von der falschen Annahme, dass der BDPh reine Blanko-Kartonphilatelie (d.h. keine echt gelaufenen Belege) verkaufen würde, ausging. Das Forum mag sich darüber ärgern, doch wir als Verein haben nach unserer Satzung einen anderen Zweck und Aufgaben als hier instrumentalisiert zu werden.

Dr. Johannes G. Feifel
Erster Vorsitzender des WPhV

PS: Bis heute hat sich dem Vorstand gegenüber kein WPhV-Mitglied über das angebliche "Einknicken" beschwert...

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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon chrisPI » Sonntag 21. Dezember 2014, 01:03

Der WPHV ist einer der renommiertesten Vereine in Deutschland und ist weit über die Grenzen Stuttgarts als "Gallischen Dorf" bekannt. Daher wundert es mich nicht, dass auch hier im Forum die Vereinsneuigkeiten verfolgt werden. Ich persönlich habe mich immer sehr über die kritischen Beiträge gefreut.
Es ist mir noch sehr gut der Beitrag des WPHV unter einer peinlichen Werbung des BDPh für "Messebelege" (teurer Kartonschrott der Post) in Erinnerung. Auch der Meinung des WPHV zum Thema Belegeedition konnte ich, auch im Wissen der Codierung der Briefe uneingeschränkt zustimmen.
Mich hat die 180º-Wendung zu diesem Thema überrascht und auch ein wenig enttäuscht.
Ich kann natürlich auch verstehen, dass der Verein nicht nur seiner selbst Willen sondern auch im Interesse der Philatelie überleben will. Gerade als Ansprechpartner sind kompetente Vereine vor Ort sehr wichtig. Daher finde ich es gut, dass man die Direktmitgliedschaft kritisch beleuchtet. Aber warum die konstruktive Zusammenarbeit mit dem BDPh nicht mit berechtigter Kritik einhergehen kann verstehe ich auch nach dem Beitrag von Herrn Feifel nicht. Lieber Herr Feifel, ich bin mir sicher, dass Sie jedem Jugendlichen von der Belegeedition abraten würden, egal wie viele Codierungen da drauf sind.

Das hier im Forum nur vereinsmüde Kritiker bequem vom Sofa aus Schimpfen ist Unsinn. Ich selbst halte die Treue zu meinem Verein, in dem mir alle wichtigen philatelistischen Kenntnisse vermittelt wurden. Einen Verein in dem so ein familiärer Umgang herrscht habe ich in meiner jetzigen Heimat leider noch nicht gefunden.

@Rumpelstielzchen Machen Sie doch mal Werbung für Ihren Verein hier im Forum oder eröffnen Sie eine Umfrage warum "niemand" Vereinsmitglied ist.

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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Kontrollratjunkie » Sonntag 21. Dezember 2014, 01:50

Rumpelstilzchen hat geschrieben:
Bei dem hier anscheinend im Forum empfundenen "Einknicken" geht es um höhere (Vereins-) Ziele und nicht um eine billige Bespaßung von irgendwelchen Forumsmitgliedern, die im stillen Kämmerlein ihren BDPh-Frust virtuell von sich geben, ohne jedoch Mitglied in irgendeinem Verein zu sein, ohne irgendeine Vereinsverantwortung innezuhaben, ohne sich Gedanken zu machen, wie Vereine ertüchtigt werden können für die Zukunft. ....Vereine aber gelten für die Forumsmitglieder (das unterstelle ich hier mal pauschal) im Zeitalter des Internets usw. als anachronistisches Auslaufmodell, warum sich also für einen Verein engagieren?

Vereine sind es aber, die vor Ort an der "Front" direkt face-to-face die Flagge für die Philatelie hochhalten: Vereine machen die Jugendarbeit, leisten (meistens unentgeldlich) Beratungen für Jedermann, organisieren Ausstellungen, Tauschtage und Sammlertreffs, unterstützen Anfänger beim Aufbau ihrer Sammlungen und warnen diese vor den Machenschaften der Briefmarken-Lobby und und und.

... Die unverbindliche kostenlose Internet-Spaßgesellschaft lässt grüßen.

Dr. Johannes G. Feifel
Erster Vorsitzender des WPhV


Hallo Herr Dr. Feifel,

aus Ihrem lesenswerten Beitrag möchte ich einen Aspekt herausgreifen, der mich persönlich ärgert.
Mir ist nicht erst seit gestern bekannt, wie "an der Front" gekämpft wird. Insofern kann ich Ihre Haltung hinsichtlich des Überlebens der Ortsvereine gut nachvollziehen. Ich bin seit 15 Jahren in verschiedenen Ortsvereinen Mitglied, dazu in drei Arbeitsgemeinschaften. Wann immer ich es einrichten kann, nehme ich an den Treffen teil, durchaus auch überregional. Dabei versuche ich auch meine Kenntnisse einzubringen und andere Sammler zu beraten oder Tips zu geben.
Natürlich kann ich nur für mich selbst und meine Sammlerfreunde sprechen und sagen, dass wir mitnichten lediglich im stillen Kämmerlein hocken und nur virtuell meckern. Ich gehe davon aus, dass sehr viele Mitglieder des Forums in Vereinen organisiert sind, sicher auch mit Verantwortung. Pauschale Aussagen dieser Art tragen nicht zu einer sachlichen Diskussion bei.
Für mich jedenfalls sind Foren wie dieses im Zeitalter des Internets gerade eine Ergänzung zu den Ortsvereinen, die ich ganz sicher nicht als anachronistisches Auslaufmodell betrachte. In der Ergänzung zueinander liegt die Chance. Das bedeutet natürlich auch, dass man den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen sein muss. Und genau das scheint ein großes, wenn nicht DAS Problem vieler Vereinsmitglieder zu sein.
Natürlich macht es Spaß, sich im Netz auszutauschen und Freude an der Diskussion gehört dazu. Aber den persönlichen Kontakt kann diese Option ganz sicher nicht ersetzen. Nicht heute und nicht morgen oder übermorgen.

Beste Grüße KJ
(Name der Redaktion bekannt)
Sowjetische Besatzungszone -SBZ-
vor allem OPD Dresden (Ostsachsen)
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon MarkusZech » Sonntag 21. Dezember 2014, 02:32

@rumpelstilzchen

Eines gleich mal vorweg: ich fühle mich als Sammler der sich gerne im Internet aufhält, von ihnen und ihren völlig unangemessenen Äußerungen diffamiert.

In diesem Forum geht es weder um "billige Bespaßung" noch ist das Forum "vereinsfremd". Wie man den Zielen des Forums entnehmen kann, ist dieser Projekt eine Initiative von BDPH-Mitgliedern und mitnichten ein Produkt der von ihnen zitierten "kuschligen Spaßgesellschaft".

Wenn ich sehe wie sich das hiesige Team Tag für Tag den Arsch aufreißt, um Neuigkeiten rund um die Thema Dokumentation, Sammlerschutz und Fälschungsbekämpfung bereitzustellen, wie Jahr für Jahr große Beträge aus privater Tasche in dieses Projekt fließen. empfinde ich ihr herablassendes und Mitleid erhaschendes Traditionsgetöse (80 Mitglieder in einhundert-zig Jahren :roll: ) als völlig unangemessen.

Ihre weinerlichen Einlassungen über ihre Tätigkeiten an der "philatelistischen Front" erinnern mich eher an das Gezeter eines Stuttgarter S21-Wutbürgers, der nicht einsehen will das seine schwäbische Provinzstadt auch endlich im 21. Jahrhundert ankommen sollte, denn an einen wohldurchdachten Schlachtplan des ersten Vorkämpfers, der sie für den Wphv nun mal sein sollten.

Wenn sie nicht die Chancen erkennen, die dieses und viele andere Foren für ihren Verein und die Philatelie als Ganzes darstellen, sind sie auf diesem Posten jedoch fehl am Platz.

Bis dato war ich ein Fan des Wphv und habe gerne gerade auch bei Facebook mitgelesen und "mitgelitten". Dies hat sich mit ihrem Beitrag grundlegend geändert.

Markus Zech (der selbstverständlich auch Mitglied in einem Verein ist)
Verwendung des Avatar mit freundlicher Genehmigung von Thomas (th1975)
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Marko » Sonntag 21. Dezember 2014, 13:53

Sehr geehrter Herr Dr. Johannes G. Feifel,

ein engagiert geschriebener Artikel, nur leider meilenweit am Ziel vorbei. Auch nach ihrer verbalen Attacke gegen nicht organisierte Sammler und Direktmitglieder im BDPH sehe ich weiterhin keinen Grund, in einen örtlichen Verein einzutreten. Vielleicht sollten Sie ihre Energie darauf verwenden, endlich einmal echte Vorteile einer Mitgliedschaft in einem örtlichen Verein aufzuzeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Marko Haucke
Bremen

(nur Direktmitglied des BDPH, Mitglied von vier elitären ARGEN, in einer davon mit Verantwortung in der Position des Kassenwartes)
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Dauerserienfreund » Sonntag 21. Dezember 2014, 14:00

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Wenn es denn tatsächlich so wäre, dass - wie der Forumsbetreiber schreibt - "viele" Forumsmitglieder jetzt vom WPhV "frustriert" und "wütend" sind, dann ist das mir und dem WPhV herzlich egal, denn keines dieser Forumsmitglieder ist auch Mitglied im WPhV...


Woher nimmst du diese Gewissheit? Mindestens 206 der Bund-Forum Mitglieder kommen aus Baden-Württemberg
Quelle: viewtopic.php?f=679&t=12012
Sehr schade, dass du durch deinen in Teilen sehr arrogant und überheblich wirkenden Beitrag diesen 206 "potentiellen Mitgliedern" ein sehr schlechtes Bild des WPHV vermittelt hast. So macht man auf jeden Fall keine erfolgreiche Eigenwerbung.

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Es steht jedoch fest, dass die armen, jetzt frustrierten und wütenden Forumsmitglieder hier NICHTS zur Zukunftsfähigkeit des WPhVs beigetragen haben, beitragen und wohl auch beitragen werden. Die unverbindliche kostenlose Internet-Spaßgesellschaft lässt grüßen.


Das Bund-Forum wird im Februar 2015 drei Jahre alt, der WPHV wurde 1881 gegründet. Wieso sollte das Bund-Forum jetzt für die Zukunftsfähigkeit des WPHV zuständig sein? Wenn der WPHV nicht weiß wie man im 21. Jh. Sammler anlockt, ist der WPHV ausschließlich selbst Schuld an seiner Misere. Da hilft es auch nicht weiter, dass du die engagierten Mitglieder dieses Forums in inakzeptabler Weise verhöhnst.

Der WPHV wäre gut beraten sich Gedanken darüber zu machen wie man Teil der von dir negativ propagierten "Spaßgesellschaft" werden kann. Offensichtlich scheint ihr beim WPHV in Sachen "Spaß" unterversorgt. Meiner Ansicht nach geht es bei unserem Hobby aber im Kern genau darum. Philatelie soll Spaß machen.

Wie es richtig geht, kann man jeden Tag u.a. in diesem Forum sehen. Über 2500 Mitglieder im Forum und über 1400 Follower bei Facebook haben jeden Tag Spaß und Freude ein Teil dieser einzigartigen Community zu sein.

Robert Feil
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon zackenbaer » Sonntag 21. Dezember 2014, 16:05

Ob der WPHV vor dem BPP-Präsidenten eingeknickt ist, kann ich nicht beurteilen. Ich war bei dem Gespräch nicht dabei.

Was ich aber beurteilen kann, ist dass Herr Feifel mit seinem obigen Beitrag sich und dem WPHV einen Bärendienst erwiesen hat. Anstatt sich hier die Sympathien von über 2500 Briefmarkensammlern einzuheimsen, produziert der 1. Vorsitzende des Stuttgarter Sammlervereins "verbrannte Erde" und zeigt mit seinen diskriminierenden Statements welche tiefe ideologische Kluft zwischen den ums Überleben ringenden Vereinen und Verbänden auf der Seite und der wachsenden Bewegung der Philatelisten im Internet besteht.

Winnie Dreher (der froh ist selbst entscheiden zu können wann und wo er mit Gleichgesinnten seinem Hobby frönt)
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon th1975 » Montag 22. Dezember 2014, 02:13

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Der WPhV will als Verein überleben und u.a. im Jahr 2032 sein 150. Vereinsjubiläum feiern - und dafür brauchen wir reale Mitglieder (wir haben zwischen 20 und 49 Jahren nur drei (!) Mitglieder) und nicht irgendwelche virtuellen Claqueure, die mit Vereinen und Vereinsarbeit nichts am Hut haben (wollen).


Potentielle reale Mitglieder gäbe es in diesem Forum für den WPhV zuhauf. Als gebürtiger Pforzheimer der Altersklasse zwischen 20 und 49 wäre ich eines davon gewesen, und das nicht nur virituell, sondern in echt.

Nach ihrem wortgewaltigen Auftritt wurde mir aber wieder bewusst, wieso ich bisher kein Vereinsmitglied war und es auch besser ist, nie eines zu werden.

In allen anderen Punkten schließe ich mich meinen Vorrednern gerne an.

Thomas Schmitt/th1975
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon thomas » Montag 22. Dezember 2014, 23:57

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Als Erster Vorsitzender des WPhV finde ich das Thema "Einknicken des WPhVs vor dem BDPh" albern und unangemessen.


Ich finde es unangemessen, dass du uns auf das Thema des Threads, dass im Übrigen als Frage und nicht als Feststellung formuliert wurde, keine substantielle Antwort gibst.

Deine komplette Kehrtwende von jetzt auf nachher, lässt viele Fragen offen und ist für mich auch nicht dadurch zu erklären, dass die überteuerten, aber philatelistisch wertlosen Sammlerbelege des BDPH, wie man jetzt erst festgestellt hat, eine Linearcodierung tragen.

Dass du durch deinen reichlich fragwürdigen Beitrag vielen tausend im Internet engagierten Sammlern mächtig auf die Füße getreten bist, hast du nach der Lektüre der bisherigen Antworten auf deinen Beitrag wahrscheinlich schon festgestellt.

Ich würde persönlich würde mich jedenfalls freuen, wenn du dich für diesen Beitrag entschuldigen würdest. Das wäre doch mal eine sinnvolle Kehrtwende ;)

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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Dienstag 23. Dezember 2014, 11:55

Ein wichtiges Kapital des Württembergischen Philatelistenverein Stuttgart 1882 e.V. (WPhV) ist dessen Glaubwürdigkeit, für die in erster Linie ich als Erster Vorsitzender zuständig bin:

Der Vorstand des WPhV hat gegen die „BDPh-Belege-Edition“ als sammlerschädigenden Phila-Schrott im Namen des WPhVs auf verschiedenen Plattformen Stellung bezogen und verurteilt diese Belege-Edition, die seit Erscheinen im letzten Jahr mit den dazugehörigen Vordruckblättern stolze 62 Euro (!!!) kostet, nach wie vor.

Wegen unserer Kritik an der „BDPh-Belege-Edition“ hat BDPh-Präsident Uwe Decker kurzfristig am 27.11.2014 nachts per E-Mail ankündigt, am 02.12.2014 unsere Sammlergruppe in Sindelfingen besuchen zu wollen, um „zu informieren und zu diskutieren“, wie es darin hieß. In seiner Informationsrunde führte Herr Decker u.a. aus, dass die umstrittenen Belege alle echt gelaufen sind (Codierungsstriche usw.). Als Autor der Kritik an den Belegen war mir das nicht bewusst. Ich ging von Blanko-Belegen, wie sie im Vordruckblatt dargestellt sind, aus. Damit ist für mich der „Phila-Schrott übelster Machart“ zu einem „Phila-Schrott guter Machart“ geworden. Doch Schrott, auch das sei hier gesagt, bleibt Schrott und diesen werde ich nach wie vor natürlich niemanden empfehlen - und auch darauf habe ich in dem Artikel, der in diesem Forum hier als „Einknicken“ empfunden wurde, hingewiesen.

In einer sehr engagierten Diskussion haben die anwesenden WPhV-Mitglieder Herrn Decker deutlich gemacht, was am BDPh zu bemängeln ist, wobei angesichts der kurzen Zeit die Mängelliste nicht abgearbeitet werden konnte. Während der Diskussion hat das Thema Direktmitgliedschaft den größten Platz eingenommen und Herr Decker signalisierte, diesen Aspekt zugunsten der Vereinsinteressen wohlwollend prüfen zu wollen, was wir als einen Erfolg verbuchen, weil vereinslose Direktmitgliedschaften vereinsschädigend sind. Jeder Verein braucht Nachwuchs bzw. neue Mitglieder. Auf der Zeitschiene sind in den nächsten 20 Jahren alle Vereine in ihrer Existenz bedroht. Herr Decker konnte dazu bei seinem Informationsvortrag auch interessante Folien zur Altersstruktur der BDPh-Mitglieder präsentieren. Will man in 20 Jahren eine vereinslose Philatelielandschaft? Ich nicht und so hätte ich mir gewünscht, dass in irgendeinem Forum ein anderer (Vereins-) Verantwortlicher unsere Initiative "Abschaffung der Direktmitgliedschaften und Zuführung der Miglieder zum nächstgelegenen Verein" aufgreift und auch thematisiert, damit der Druck im Kessel steigt. Stattdessen gibt es nur Wagenburg-Kommentare von Direktmitgliedern. Ob und was Herr Decker nun „liefert“, bleibt natürlich abzuwarten.

Nach der Diskussion haben einzelne WPhV-Mitglieder die Gunst der Stunde genutzt, um beim BDPh-Präsidenten höchstpersönlich die umstrittenen BDPh-Belege zu kaufen. Das zeigt, das der WPhV wie auch das „Gallische Dorf“ pluralistisch ist, d.h. ich bin nicht der WPhV, sondern es gibt auch rund 80 andere WPhV-Mitglieder, die auch der WPhV sind und die teilweise vollkommen anders ticken und das ist auch gut so, denn sonst wären wir kein Verein.

Auch auf dieses Konterkarieren unserer Kritik an den BDPh-Belegen durch eigene Mitglieder habe ich in älteren Mitteilungen bereits hingewiesen. Wenn wir unsere Kritik an den BDPh-Belegen weiterhin in der ursprünglichen scharfen Form (à la "Phila-Schrott übelster Machart") aufrecht erhalten hätten, dann hätte Herr Decker ein leichtes Spiel, uns als unglaubwürdig bloß zu stellen, in dem er einfach darauf hinweisen würde, dass ihm altgediente WPhV-Mitglieder die Belege aus der Hand gerissen hätten. Ich würde an seiner Stelle dann so gegen die "schwäbischen Rebellen" vorgehen. Und dann? Das Zurückziehen unserer ursprünglichen scharfen Kritik an den BDPh-Belegen ist daher in meinen Augen kein "Einknicken", sondern ein salomonischer Weg: Herr Decker ist mit der Zusage, das Thema Direktmitgliedschaften zu prüfen (siehe oben), auch uns entgegengekommen; er weiß, dass er von uns an seiner "Lieferung" gemessen wird. Beide Seiten haben gewonnen, eine klassische "Win-Win-Situation", und die ist nie verkehrt, wenn man was erreichen will.

Das BDPh-Belege-Edition-Thema ist somit für uns durch - aber das heißt nicht, dass wir "eingeknickt" sind oder dass es von uns keine neuen kritischen Statements zu Aktivitäten vom BDPh und von anderen Akteuren der Briefmarken-Lobby, die uns (aus Vereinssicht) missfallen, geben wird. Ganz im Gegenteil: Weil ich dem WPhV nach meiner Wahl 2006 versprochen habe, dass ich nicht der letzte Häuptling sein werde, werden meine Mitstreiter und ich nach wie vor auch dorthin gehen, wo's wehtut, um den WPhV als attraktive philatelistische Heimat für Jedermann zu sichern und zu stärken...

Mich persönlich stört es jedoch, wenn der WPhV instrumentalisiert wird. Durch die Fragestellung „Ist der WPhV vor dem BDPh-Präsidenten eingeknickt?“ wird natürlich nicht festgestellt, dass der WPhV eingeknickt wäre, aber es wird ein Einknicken suggeriert und der WPhV wird allein schon durch die Fragestellung diffamiert, zumal die Erläuterung zur Fragestellung einseitig contra WPhV ist. Und wenn dann geschrieben wird, dass viele Forumsmitglieder den WPhV bis zum angeblichen „Einknicken“ so toll fanden und jetzt bitterlich enttäuscht, frustriert oder wütend sind, aber von diesen Forumsmitgliedern meines Wissens niemand bei uns Mitglied ist, dann ist es doch aus Vereinssicht verständlich, dass man sich darüber ärgert und entsprechend zurückärgert. Dies erklärt meinen ersten Antwortversuch zur Fragestellung, zumal ich als Erster WPhV-Vorsitzender eigentlich nur den WPhV-Mitgliedern Rechenschaft schuldig bin.

Wie gesagt, ich fühle mich als Erster WPhV-Vorsitzender nicht "eingeknickt" durch das Zurückziehen der umstrittenen Kritik, sondern aufrechter denn je, da wir, wie ausgeführt, als Verein glaubwürdig geblieben sind und Herrn Decker in einem "Gentlemen's Agreement", wie ich es in einem anderen Forum genannt habe, die Hausaufgabe "Überprüfung der vereinsschädigenden Direktmitgliedschaften" mitgeben konnten.
Und mir und meinen Vorstandskollegen ist auch nicht bekannt, dass andere WPhV-Mitglieder ein "Einknicken" empfinden würden.

Ich hoffe, dass damit diese Frage abschließend beantwortet wurde, zumal aus meiner Sicht es auch nicht mehr inhaltlich dazu zu sagen gibt.

Zu guter Letzt noch mein herzliches Dankeschön an diejenigen im Forum, die mit ihren Beiträgen mich inspiriert haben, und meine Entschuldigung an alle aktiven und passiven tatsächlichen und potenziellen Vereinsmitglieder, die ich in diesem Forum durch meinen ersten Antwortversuch zur Fragestellung verärgert habe.

In diesem Sinne wünsche ich allen Mitgliedern dieses Forums ein schönes Weihnachten und ein gutes Neues Jahr mit u.a. weiterhin viel Engagement für die Interessen der Philatelie und der Sammler

Dr. Johannes G. Feifel
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Redaktion » Dienstag 23. Dezember 2014, 19:46

Rumpelstilzchen hat geschrieben: Mich persönlich stört es jedoch, wenn der WPhV instrumentalisiert wird.


Hallo Johannes,

vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme, die sicherlich die eine oder andere "Fehlinterpretation" mancher Nutzer in unserem Forum wieder gerade rückt.

Eines möchte ich für das Redaktions- und Moderatoren-Team dennoch anmerken:

Keiner hat ein Interesse den WPHV zu instrumentalisieren. Sollte dieser Eindruck bei dir entstanden sein, können wir dir versichern das er nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht.

Wieso sollten wir so etwas auch tun? Gegen wen und wieso sollten wir den WPHV "instrumentalisieren"? Das macht keinen Sinn. Wir arbeiten als einer der ganz Wenigen unabhängig von jeglicher Form externer Einflussnahme oder finanzieller Abhängigkeit und benennen die Dinge genau so, wie sie uns erscheinen. Dass dies manchen Personen und/oder Organisationen/Unternehmen nicht immer gefällt, ist uns bewusst. Damit leben wir seid bald drei Jahren ganz hervorragend ;)

Das eure zwei konträren Pressemeldungen für den neutralen Leser Fragen aufwerfen, dürfte dich/dürfte euch sicherlich nicht überraschen. Insofern hat unser redaktioneller Beitrag und die kontroverse Diskussion im Nachgang den beabsichtigten Zweck "unsere Nutzer zu informieren" erfüllt.

Wir wünschen dem WPHV und seinen Mitgliedern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon thomas » Donnerstag 25. Dezember 2014, 01:10

Rumpelstilzchen hat geschrieben:
Zu guter Letzt noch mein herzliches Dankeschön an diejenigen im Forum, die mit ihren Beiträgen mich inspiriert haben, und meine Entschuldigung an alle aktiven und passiven tatsächlichen und potenziellen Vereinsmitglieder, die ich in diesem Forum durch meinen ersten Antwortversuch zur Fragestellung verärgert habe.


Meinen Respekt für diese Geste! Auch wenn ich nach wie vor nicht in allen Punkten mit @rumpelstilzchen übereinstimme, hebt sich Hrn. Feifel durch die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion wohltuend von allen anderen mir bekannten Verbands- und Vereinsfunktionären ab.
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon MarkusZech » Dienstag 6. Januar 2015, 14:58

Coole Aktion Herr Rumpelstilzchen ;) Da soll noch einer sagen, dass es in den Vereinen keine Vordenker mehr gäbe.
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Claus Petry » Mittwoch 14. Januar 2015, 17:33

Rumpelstilzchen hat geschrieben: ...und Herrn Decker in einem "Gentlemen's Agreement", wie ich es in einem anderen Forum genannt habe, die Hausaufgabe "Überprüfung der vereinsschädigenden Direktmitgliedschaften" mitgeben konnten. (...)
Dr. Johannes G. Feifel
Erster Vorsitzender des WPhV


Sehr geehrter Herr Feifel,

ich spreche sicherlich nicht nur für mich alleine wenn ich ein Interesse an ev. Ergebnissen bezüglich der gestelllten "Hausaufgabe" bekunde. Es wäre schön wenn Sie sich hierzu in Zukunft nochmals äußern würden; natürlich nur sofern Sie nicht zur Vertraulichkeit verpflichtet sind...

Mit besten Grüßen aus Hamburg!

Claus Petry
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Freitag 16. Januar 2015, 23:33

Bislang hat sich im Hinblick auf unsere Forderung zur Abschaffung von vereinslosen und damit vereinsschädigenden Direktmitgliedschaften und Zuweisung der Direktmitglieder an Vereine noch nichts Konkretes, Greifbares oder Belastbares ergeben. Nach unserer Einschätzung ist unsere Forderung beim BDPh in eine der untersten Schubladen abgelegt worden, was jedoch angesichts der vielen Baustellen, die der BDPh abzuarbeiten hat, nachvollziehbar ist. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass in der Januar-Ausgabe der philatelie unsere Pressemitteilung zum Besuch unserer Sammlergruppe Sindelfingen durch den BDPh-Präsidenten Uwe Decker am 02.12.2014 so umgeschrieben wurde, dass wir uns darin nicht wiederfinden konnten. Vielleicht erklärt sich dies damit, dass, wie in einem Forum zu entnehmen war, der Chefredakteur der philatelie einst die Direktmitgliedschaften im BDPh erfand...

Damit unsere Forderung keine "Beerdigung erster Klasse" erhält, wie wir befürchten, haben wir soeben im BDPh-Forum ein Thema dazu eröffnet. Unsere Forderung und der Einleitungstext zum Thema sind innerhalb des Vorstands und unseren eMitgliedern (Mitglieder mit E-Mail-Kontakt) abgestimmt:

http://www.bdph.de/forum/showthread.php ... post131131

Wir haben uns für das BDPh-Forum entschieden, weil der Adressat unses Anliegens der BDPh ist und daher auch dessen Forum als Diskussionsplattform genutzt werden sollte.

Es wird um rege Teilnahme gebeten :-)
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon zackenbaer » Samstag 17. Januar 2015, 00:57

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Es wird um rege Teilnahme gebeten :-)


Immer gerne :) Aber nicht im BDPH-Forum :roll:
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Redaktion » Samstag 17. Januar 2015, 16:52

Lieber Johannes,
ich befürchte die Diskussion über die Direktmitgliedschaft wirst du schon mit den Personen führen müssen, die sie erfunden haben und vertreten. Insofern ist das Forum des BDPH schon das richtige Medium.
Ob dabei allerdings was heraus kommt, wage ich zu bezweifeln. DIe ersten Rückmeldungen der Verbandsprobanten lesen sich ja relativ eindeutig.
Ich frage halte es für völlig abwegig, dass der BDPH diese Finanzierungsquelle und Machtbasis freiwillig einfach so abgibt. Schließlich sind die Direktmitgliedschaften in jeder Hinsicht die Hausmacht des Verbandes und mehren den Hebel des Verbandes insbesondere dann, wenn es um öffentliche Gelder geht.
Den anderslautenden Versprechungen von Decker solltet ihr keinen allzu großen Glauben schenken. Natürlich wird der Präsident des BDPH nicht der sein, der seine eigene Machtbasis einfach so freigibt. Etwas anderes zu vermuten, grenzt schon was an Naivität.

Wir drücken euch dennoch im Redaktionsteam ganz fest die Daumen :)

P.S. Mir ist beim Beitragsschreiben ein böser Fehler unterlaufen. EIgentlich wollte ich Rumpelstizchens Beitrag zitieren, habe dann aber irrtümlich auf die "Editier"-Taste gedrückt. Schwups war der Beitrag von Rumpelstilzchen weg. Tut mir sehr leid, mein Fehler.
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Freitag 30. Januar 2015, 21:47

Rumpelstilzchen hat geschrieben:... wir also unseren Finger mit unserer Forderung nach Abschaffung der BDPh-Direktmitgliedschaften schonungslos in eine noch viel schmerzhaftere Wunde gelegt haben ...


Und so ist es auch gekommen:

Vor zwei Wochen haben wir im BDPh-Forum die Diskussion gestartet...

http://www.bdph.de/forum/showthread.php ... post131599

... und heute sind wir im Ranking aller Themen in diesem Forum in der Kategorie "Antworten" auf Platz 2 und dies auch, wenn die Rumpelstilzchen-Antworten abgezogen werden würden. In dieser "pop-corn tauglichen" Diskussion mit "Titanic- Feeling" gibt es richtig kontroverse Diskussionen des WPhV mit dem BDPh, wie auch bereits in den "News" hier thematisiert wurde (viewtopic.php?f=124&t=18207).

Also ich denke, damit dürfte uns allen klar sein, dass der WPhV "nicht eingekickt" ist und das Thema hier geschlossen werden kann :lol:
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Dauerserienfreund » Freitag 30. Januar 2015, 23:31

@rumpelstilzchen

Respekt und Glückwunsch für eine mutige Auseinandersetzung mit eurem Verband. Da habt ihr euch richtig gut verkauft. Auch wenn der Ausgang der Diskussion nicht der ist, den sich der WPHV gewünscht hat, bin ich der Meinung, daß euer Auftreten vielen anderen Vereinen Vorbild sein wird, im Prozess der Erkenntnis- und Meinungsbildung.

Zulange schon hat der BDPH seine Rolle als selbsternannter Vertreter aller Sammler und Vereine gespielt, ohne auch nur ansatzweise das zu liefern, was versprochen wurde.

Man darf gespannt sein, wem die Sammler in Zukunft eher folgen werden. Dem monolitischen Verband mit Beamten-Charakter, der sich selbst für alternativlos hält, oder der bunten und vielfältigen Welt der Vereine.
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Samstag 31. Januar 2015, 01:10

@Dauerserienfreund:

Heute haben wir Dank unseres forschen Auftretens im BDPh-Forum einen Teilerfolg für ALLE BDPh-Ortsvereine im Gebiet des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine e.V. verbuchen und so uns endlich u.a. auch das Werbebanner hier im Bund-Forum verdienen können:

viewtopic.php?f=573&p=53478#p53478
http://www.bdph.de/forum/showthread.php ... post131604

Der 30.01.2015 wird ein weiterer wichtiger Tag in unseren Annalen!
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon MarkusZech » Samstag 31. Januar 2015, 20:15

Hallo @rumpelstilzchen,

ich freue mich das du dich freust. Ich verstehe allerdings nicht ganz vorüber. Das ist jetzt nicht ironisch oder so gemeint, aber vielleicht kannst du nochmal kurz erklären, was da konkret erreicht wurde, ohne das man drölfzigtausend Beiträge im BdPH Forum lesen muß. Ich denke mal ich bin nicht der einzige der aktuell noch nicht ganz auf der Höhe ist. Besten Dank im voraus schon mal!
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Re: Ist der WPHV vor dem BDPH-Präsidenten eingeknickt?

Beitragvon Rumpelstilzchen » Sonntag 1. Februar 2015, 00:16

Hallo Markus,

kein Problem. Ich versuche den WPhV-Erfolg kurz & verständlich zu machen:

1) Viele BDPh-Ortsvereine haben auch Sammlergruppen an anderen Orten, so wie der WPhV in Sindelfingen und in Weinstadt. Die Mitglieder dieser Sammlergruppen sind Mitglieder in ihrem sogenannten Stammverein, über welchen sie auch entsprechend Mitglied im BDPh sind. Diese Sammlergruppen sind also kein eigener Verein und ersparen sich so den ganzen Overhead (Satzung, Amtsgericht, Erster Vorsitzender, ...). Die rund 140 Vereine im Landesverband Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine e.V. (LSW) haben insgesamt 52 solcher Sammlergruppen bei steigender Tendenz (Vereinsauflösungen usw.).

2) Diese Sammlergruppen waren bislang im Internet weder in den Vereinsdatenbanken beispielsweise des LSW noch des BDPh zu finden. Eine Abfrage beispielsweise nach "Sindelfingen" ergab in deren Datenbanken Leere, obwohl es beispielsweise in Sindelfingen seit rund 50 Jahren eine aktive WPhV-Sammlergruppe mit rund 30 Mitgliedern gibt, die sogar am 02.12.2014 vom BDPh-Präsidenten Uwe Decker besucht wurde.

3) Vor Jahren regte der WPhV beim LSW und beim BDPh an, auch die Sammlergruppen in die Vereinsdatenbanken aufzunehmen, doch damals hieß es sinngemäß "Das machen wir nicht, nur Vereine und nicht örtliche Sammlergruppen kommen in die Datenbank". Weil der WPhV damals noch "willig und lieb" war, hat er dies kritiklos hingenommen, aber natürlich nicht vergessen.

4) Im Rahmen der vom WPhV jüngst initiierten Diskussion im BDPh-Forum um "Abschaffung der vereinslosen und damit vereinsschädigenden BDPh-Direktmitgliedschaften" hat der WPhV in meiner Person dem BDPh eine "perfide Strategie gegen die BDPh-Ortsvereine" vorgeworfen. Dies wurde u.a. auch damit begründet, dass nach einer aktuellen Äußerung des BDPh-Forumsadministrators sich der BDPh nach wie vor weigert, Sammlergruppen in die BDPh-Vereinsdatenbanken aufzunehmen.

5) Im Hinblick auf die Akquisition von BDPh-Direktmitgliedern ist es natürlich hilfreicher, wenn möglichst wenige Orte in der BDPh-Vereinsdatenbank gelistet sind. Ein potenzielles Direktmitglied könnte bei der Vereinsrecherche in der BDPh-Vereinsdatenbank auf eine örtliche Sammlergruppe stoßen und so beschließen, lieber doch kein BDPh-Direktmitglied, sondern lieber ein Sammlergruppen- und damit ein BDPh-Ortsvereinsmitglied zu werden. Je weniger Orte in der BDPh-Vereinsdatenbank gelistet sind, desto höher sind also die Akquisitionschancen von BDPh-Direktmitgliedern. Auch die Aussagen von anderen BDPh (Ex-) Offiziellen in der Diskussion à la "Der BDPh braucht soviel Direktmitglieder wie möglich!" sprechen für diese "perfide Strategie" (siehe viewtopic.php?f=124&t=18207).

6) Der BDPh-Präsident Uwe Decker hat die Brisanz dieser Argumentation erkannt und durch eigene Forenbeiträge den Weg geöffnet, dass die beiden Sammlergruppen des WPhV und damit auch alle anderen Sammlergruppen der BDPh-Ortsvereine im LSW künftig auch in der BDPh-Vereinsdatenbank einen eigenen Eintrag erhalten. Seit gestern (30.01.2015) sind in der BDPh-Vereinsdatenbank im Gebiet des LSW nicht mehr wie bisher nur rund 140 Vereinsorte angezeigt, sondern auch die Orte der Sammlergruppen, so dass heute knapp 200 Orte mit einem philatelististischen Angebot gelistet sind!
Das Einflegen weiterer Daten in die BDPh-Vereinsdatenbank sowie in die LSW-Datenbank erfolgt mit den nächsten Updates.

7) Dies ist für den WPhV und für alle BDPh-Ortsvereine des LSW ein großartiger Erfolg, denn damit dürfte das Gebiet des LSW mit Abstand das dichteste Angebot an gelisteten realen Orten mit einem philatelistischen Angebot in Deutschland haben.

8) Ob jedoch die BDPh-Ortsvereine in anderen Landesverbänden diesen WPhV-Erfolg nutzen und nun auch ihre Sammlergruppen in die BDPh-Vereinsdatenbank eingepflegt bekommen, liegt nicht mehr in Händen des WPhVs. Das müssen die betreffenden Vereine bzw. Verbände nun selber machen. Den Impuls bzw. die Steilvorlage hat jedoch der WPhV geliefert..

Ich hoffe, der WPhV-Erfolg kam einigermaßen verständlich rüber. Ansonsten bitte einfach nachfragen!

Viele Grüße
Rumpelstilzchen
 
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