Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

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Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon Redaktion » Samstag 13. Februar 2016, 19:55

Dass der BDPH seine besten Zeiten lange hinter sich hat, ist keine wirkliche Neuigkeit. Über die Jahre hinweg verlor der "selbsternannte Vertreter aller Philatelisten" kontinuierlich an Substanz. Von ehemals über 80.000 Beitragszahlern besitzt der BDPH nach eigenen Angaben mittlerweile nur noch 38.000 Mitglieder. Insiderinformationen zufolge scheint diese Zahl noch geschönt. So soll die Kartei der zahlenden Mitglieder mittlerweile nur noch eine Zahl von "deutlich unter 30.000" ausweisen.

Die sich in Folge dessen immer weiter zuspitzende Finanzlage zwingt den kränkelnden Verband jetzt zu einschneidenden Maßnahmen. Nachdem in Gotha eine Beitragserhöhung noch als "großer Erfolg" verkauft wurde, werden nun die Leistungen für die Mitglieder zusammengestrichen.

So wurden zum 01.01.2016 die Leistungen für die Mitglieder-Rechtsschutz erheblich reduziert. Die Unterstützung je Fall wurde bei Verlust des Rechtsstreites auf maximal 500 EUR gekürzt. Eine Summe, die bei einem tatsächlichen Rechtsstreit nur einen Bruchteil des Gesamtaufwands (Kosten für eigenen Anwalt, gegnerischen Anwalt, Gerichtskosten) abdeckt. Man fragt sich, welchen Sinn so eine Rechtsschutz noch besitzt.

Quelle: http://bdph.de/index.php?&id=93&backPID ... 8f0f1eb4b2

Auch das Verbandsorgan "Philatelie" wurde Opfer der Kürzungen. 16 Seiten weniger Umfang und ein deutlich reduziertes Layout, verkauft der BDPH-Präsident und Privatbankier Uwe Decker im Editorial der Februar-Ausgabe als "Rettung des philatelistischen Abendlandes". Decker scheint dabei zu übersehen, dass vor allem am ohnehin bereits dürftigen Inhalt gespart wurde, die Anzahl der Seiten mit Werbung jedoch unverändert belassen wurde.

Hinzu kommen Kürzungen bei den Zuwendungen an die Landesverbände und Vereine, die an der Basis für reichlich Verdruss gesorgt haben. Und dem nicht genug: selbst der ehrenwerten "Philatelistische Bibliothek in Hamburg" wurden die Zuschüsse so dramatisch und unangekündigt gekürzt, dass die Bibliothek nur mit Hilfe einer Spendenaktion unter Sammlern und dem Umzug ein eine deutlich preisgünstigere Unterkunft gerettet werden konnte.

Quelle: http://www.hamburger-wochenblatt.de/bar ... 27161.html

Man darf gespannt sein, was dem Rotstift des mit hohen Erwartungen angetretenen Vorstandes künftig noch zum Opfer fällt.

Beinahe schon tragisch ist dabei die "Eindimensionalität" der BDPH-Strategen. Anstatt sich über diejenigen zu refinanzieren, die von einem intakten BDPH am meisten profitieren, dem gewerblichen Briefmarken- und Zubehörhandel, scheint den Kralshütern des philatelistischen Alleinvertretungsanspruches nichts besseres einzufallen, als den eigenen Mitgliedern die Taschen zu leeren.

Dass dieser Weg nicht dazu führt, die kontinuierliche Erosion der Mitgliederbasis zu stoppen oder den finanziellen Spielraum zu stabilisieren, interessiert dabei offensichtlich keinen der verantwortlichen Entscheidungsträger.

Das langsame Sterben des "Verbandsdinos" wird also weiter gehen.
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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon T22 » Samstag 13. Februar 2016, 23:43

Auch sonst unternimmt der Bdph allerlei Absonderliches. Man denke dabei an die berüchtigte Bdph-Visakarte, mit der man zwar keine Briefmarken bezahlt bekommt, aber sich wunderbar verschulden kann. Man denke an die tollen Sammlerbelege des Bdph, die für viel Geld in fragwürdigen Linder-Plastikfolien verkauft wurden. Man denke an die Fälschungsbekämpfung die komplett an die Wand gefahren wurde. Man denke auch an die erfolglose Jugendarbeit, die über die Kinder der Mitglieder hinaus kaum echte Reichweite entwickelt. Man denke auch an den eigenen Facebook-Auftritt des Bdph der kaum Unterstützung erfährt und selbst durch kleine Ortsvereine wie den Wphv mal eben getoppt wird. Man denke an das überhebliche Auftreten des Bdph-Chefs Decker, für den es am liebsten nur Direktmitgliedschaften geben sollte und für den Vereine nicht mehr zeitgemäß sind.
Muss man sich da wundern, dass dem Bdph da die Mitglieder von den Fahnen gehen und neue Mitglieder kaum mehr zu gewinnen sind? Nein, muss man nicht. Alles was jetzt noch passiert, ist vorhersehbar.

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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon DDR-Sammler » Sonntag 14. Februar 2016, 12:21

Solange das BDPh Fussvolk die Haxen still hält, solange wird sich nichts ändern. Da die Mitglieder traditionell ausgesprochen leidensfähig sind und die Problemwahrnehmung der meisten BDPhler sowieso nicht sonderlich ausgeprägt ist, sehe ich von innen keinen echten Impuls der den BDPh verändern könnte. Im Zweifelsfall sind es eben die anderen die Schuld sind. Auch dem Bund-Forum wurde ja schon angedichtet, dass es für den Niedergang des Sammlerverbandes alleine verantwortlich sei :lol:
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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon Dauerserienfreund » Sonntag 14. Februar 2016, 16:15

Leid tun mir vor allem die ganzen engagierten Vereinsmitglieder, die viel Herzblut aufbringen, um ihren Verein am Leben zu erhalten, die Tauschtage organisieren und sich für die Jugend einsetzen. Für diese Leistungsträger muß die Äußerung von Präsident Decker, Direktmitglieder seien die Zukunft, wie ein Schlag ins Gesicht wirken.

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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon Rumpelstilzchen » Montag 15. Februar 2016, 10:49

Dauerserienfreund hat geschrieben:... Für diese Leistungsträger muß die Äußerung von Präsident Decker, Direktmitglieder seien die Zukunft, wie ein Schlag ins Gesicht wirken...


@Dauerserienfreund:
Danke für dieses Posting. Das ist wirklich starker Tobak! Hast Du auch eine Quelle für diese Äußerung?
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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon Dauerserienfreund » Montag 15. Februar 2016, 21:18

Rumpelstilzchen hat geschrieben:
Dauerserienfreund hat geschrieben:... Für diese Leistungsträger muß die Äußerung von Präsident Decker, Direktmitglieder seien die Zukunft, wie ein Schlag ins Gesicht wirken...


@Dauerserienfreund:
Danke für dieses Posting. Das ist wirklich starker Tobak! Hast Du auch eine Quelle für diese Äußerung?


Wieso starker Tobak??? Du tust gerade so als ob dich das überraschen würde? Les doch mal auf der Facebook-Seite beim WPHV ;)
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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon Rumpelstilzchen » Dienstag 16. Februar 2016, 15:59

Dauerserienfreund hat geschrieben:... Wieso starker Tobak??? Du tust gerade so als ob dich das überraschen würde? Les doch mal auf der Facebook-Seite beim WPHV ;)

@Dauerserienfreund:

Dass ich seit über einem Jahr dem BDPh öffentlich vorwerfe, auf der einen Seite die Ortsvereine bewusst verbluten zu lassen und auf der anderen Seite die BDPh-Direktmitgliedschaften nach allen Möglichkeiten der Kunst zu fördern, ist kein Geheimnis. Der BDPh hat jedoch öffentlich immer betont, dass dem nicht so ist, dass er eben keine "perfide Strategie gegen die Ortsvereine" verfolgt, sondern die Ortsvereine, wo und wie er nur kann, fördert und unterstützt usw. Taten oder Beweise für seine Worte ist er aber schuldig geblieben und die allermeisten BDPh-Aktivitäten (wie Arge-Direktmitgliedschaft, Antrag auf asymmetrische Beitragserhöhung zur HV Gotha 2015, Abschöpfen von Direktmitgliedern bei den Abonnenten der Deutschen Post AG, die i.d.R. bei Ortsvereinen besser aufgehoben wären, damit sie eben nicht weiterhin im stillen Kämmerlein autistisch ihre Vordruckalben füllen und sich dann hinterher bei uns Ortsvereinen wegen ihres rausgeschmissenen Geldes ausheulen u.a.m. ) sind eigentlich eher zum Schaden der Ortsvereine. Eine belegte Aussage von Uwe Decker, dass Direktmitgliedschaften die Zukunft des BDPh wären, wäre starker Tobak, denn dann müsste so langsam auch der letzte Ortsverein kapieren, dass der BDPh trotz allen schönen Sonntagsreden eigentlich ihn nur als einfältigen Zahlmeister betrachtet.
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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon th1975 » Dienstag 16. Februar 2016, 21:32

Ich möchte DSF mal beispringen. Explizit hat das Decker wohl so noch nicht in das Mikrofon gesagt, allerdings ist alles was er tut und macht diesem Ansinnen untergeordnet. Da gibt es im BDPH-Forum mehrer Threads die genau zu diesem Thema diskutiert wurden.
Ich kann mich auch erinnern, dass Deckers Bankerkumpan Lars Böttger in einem dieser Threads zum besten gegeben hat, dass wenn es nach ihm ginge, es gar nicht genug Direktmitglieder geben könne.

Lies einfach mal selbst, als Rumpelstilzchen hast du diese Diskussion ja selbst losgetreten.
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Re: Das langsame Sterben des "Verbandsdinos"

Beitragvon Tortenwerfer » Freitag 19. Februar 2016, 23:38

Der demographische Wandel verschont auch unser Hobby nicht. Daher ist es nur folgerichtig wenn auch der BDPH unaufhaltsam an Mitgliedern verliert. Unaufhaltsam? Wirklich unaufhaltsam? Meiner Meinung nach nicht. Mit den richtigen Ideen wäre es ein möglich auch im digitalen 21. Jahrhundert eine schlagkräftige Sammlerlobby zu gewährleisten. Ob das allerdings der analoge BDPH sein wird, daran habe ich meine Zweifel. Im Internet wächst eine mächtige Konkurrenz heran.
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