Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

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Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

Beitragvon Redaktion » Freitag 12. Juni 2015, 18:54

Auch wenn man meint, bereits allen Abgründen der Philatelie begegnet zu sein, stellt man Tag für Tag fest, dass es noch etwas tiefer geht. Aktuelle Beispiele hierfür werden in regelmäßigen Abständen von Mitgliedern der zweifelhaften Prüfersekte "VP" produziert, für die dennoch an anderer Stelle von einem ebenso zweifelhaften Forenbetreiber geworben wird.

Dieses mal beglückt uns das "VP"-Mitglied Heinrich Hubert Jendroszek mit einer bemerkenswerten Fehlleistung, die uns von einem unserer User gemeldet wurde.

Zu den Fakten:

Folgendes Attest wurde von Hr. Jendroszek im Februar 2015 erstellt.

PORT 12b - ciekawa bo falszywa parka -HHJ.JPG


Für die Bund-Forum Mitglieder die der polnischen Sprache nicht mächtig sind, hier die Übersetzung:

“Die hier vorgestellten farbigen Fotokopien betreffen echt gestempelte Briefmarken - senkrechtes Paar mit der Katalognummer 208 Iy und PORT GDANSK 12 b III v. Die Marke sind mit dem Tagesstempel PIEKARY mit Datum 2.V.26 – 8 abgestempelt. Bis zum heutigen Tag ist so ein Fall nicht bekannt, dass bei einem senkrechten Paar oben ein Aufdruck vorhanden ist, dagegen unten kein Aufdruck. Auch in der Literatur wurde so etwas noch nie erwähnt. Die Prüfung dieses Objekts habe ich nach dem heutigen Wissenstand für diese Ausgabe durchgeführt. Die Marken habe ich mit meinem Prüferstempel H. JENDROSZEK signiert und mit Bleistift beschrieben. Der Zustand der Marken ist ohne Zweifel und gehört zu Seltenheit.”

Soweit so gut, könnte man meinen, wenn da nicht einige "unbedeutende" Umstimmigkeiten wären, die dem Polen-Experten natürlich sofort auffallen:
1. Piekaray liegt nicht in Danzig. Die Marken waren in Polen jedoch zu keiner Zeit kursgültig.
2. Die Marke wurde mit Datum 2.5.26 abgestempelt. Die Urmarke erschien aber erst am 12.11.26, worüber der bekannte Polenprüfer Herr von Rachmanow bereits 1933 geschrieben hat.
3. Zudem stellt sich die Frage, aufgrund welcher Prüfordnung denn hier geprüft wurde, da Jendroszek das Attest als "freier Prüfer" erstellt hat.

Fazit (das uns auch von dem zuständigen Prüfer des polnischen Verband Hans Vogels bestätigt wurde):
Stempel und Aufdruck sind falsch. Das Attest ist wertlos. Den Schaden trägt erst einmal der gutgläubige Käufer.

Wir fragen uns wieder einmal, ob sich hinter solchen Fehlleistungen - zum Schaden der Sammler - wirklich nur fachliche Inkompetenz verbirgt oder es hier doch einfach nur um das eigene Bankkonto geht.
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Re: Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

Beitragvon Colly » Sonntag 14. Juni 2015, 06:44

Könnte mal einer mittig auf das Trockensiegel schauen was dort steht.

Ich kann es hier nicht erkennen.

Interessant ist auch bei einem " privaten" Attest das eine Prüfordnung zugrunde gelegt wurde. Welche denn ?
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Re: Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

Beitragvon Tortenwerfer » Sonntag 14. Juni 2015, 14:14

Colly hat geschrieben:Interessant ist auch bei einem " privaten" Attest das eine Prüfordnung zugrunde gelegt wurde. Welche denn ?


Das ist die selbstgemalte Prüfordnung des eigenen Geldbeutels. Als Privatprüfer macht man sich seine eigenen Gesetze ;)
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Re: Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

Beitragvon Colly » Sonntag 14. Juni 2015, 16:32

Gab es nicht mal einen Film wo der Satz gefallen ist ..

Wer überwacht die Wächter...

Eine Prüfgebietserweiterung gab es bei Heinrich Hubert Jendroszek für die Prüfgebiete Port Gdansk

Hier wäre passend : Wer überprüft die Prüfer !
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Re: Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

Beitragvon Tortenwerfer » Sonntag 14. Juni 2015, 18:56

Colly hat geschrieben:Wer überwacht die Wächter...


Beim BPP gibt es eine Prüfordnung, auf deren Einhaltung der Geschäftsführer und der Präsident des BPP wohl ziemlich wert legt. Anders ist es kaum zu erklären, dass sich der BPP die letzten Jahre sehr konsequent von einigen "Minderleistern" getrennt hat.

Beim VPP wird wohl munter drauf los geprüft. Wenn man die Prüfleistungen einiger "Koryphäen" so sieht, scheint es mit einer Überwachung der Prüfer daher nicht so gut zu stehen.

Unterm Strich fällt dem Markt die wirksamste Kontrollfunktion zu. Wer auf Dauer keine Leistung liefert, bekommt auf lange Sicht einfach keine Prüfaufträge mehr. Ist fast so wie im wirklichen Leben ... ;)
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Re: Warnung vor Falschprüfungen von Hr. Jendroszek "VP"

Beitragvon Horst » Montag 15. Juni 2015, 13:20

Eigentlich ist so ein Attest ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Wenn die Schadenssumme hoch genug ist ... vielleicht tut sich ja was.
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