Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

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Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Oberndörfer » Donnerstag 22. Juni 2017, 14:41

Wer sich mal wieder so richtig wie eine Weihnachtsgans ausnehmen lassen mag, ist bei der Deutsche Post Philatelie offensichtlich an der richtigen Stelle. Ich habe fast nicht glauben wollen, was ich da beim Herumklicken gefunden habe.

https://philatelie.deutschepost.de/Phil ... 1949-1969/

Die Deutsche Post geht in Konkurrenz zum arrivierten Briefmarkenhandel und bietet postfrische Jahrgänge zu Preisen am völlig utopischen Katalogwert an.

Der Gipfel ist der Posthornsatz, den man mit 8 Jahre altem Attest (echt und einwandfrei in der normalen Zähnung) für sage und schreibe 2000,- EUR anbietet.
https://philatelie.deutschepost.de/Phil ... nsatz.html

Bei Ebay wird ein vergleichbarer Satz mit Attest (echt und einwandfrei) vom gewerblichen EBayhändler für 749,- EUR angeboten.
http://www.ebay.de/itm/Bund-123-38-Post ... Sw8HBZJvU9

Beim APHV-Händler des Vertrauens werden 799,- EUR verlangt.
http://www.ebay.de/itm/TREFF-BUND-Posth ... SwSlBYySzs
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon zackenbaer » Donnerstag 22. Juni 2017, 17:46

Zum Abzocken gehören bekanntlich ja immer zwei ;) Ich denke nicht, dass ein Sammler der seinen Verstand noch an Bord hat, sowas bei der Deutschen Post Philatelie kauft.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon DDR-Sammler » Freitag 23. Juni 2017, 09:32

zackenbaer hat geschrieben: Ich denke nicht, dass ein Sammler der seinen Verstand noch an Bord hat, sowas bei der Deutschen Post Philatelie kauft.


Das sehe ich aber komplett anders. Was sich nicht rechnet, wird nicht gemacht. Das gilt besonders in einem Rendite getriebenen Großkonzern wie der DPAG.

Die Hauptzielgruppe dieser völlig überteuerten Angebote werden wohl die Versandstellen-Abonnenten sein. Wer bei der Versandstelle wertlose ETB's und Neuausgaben mit aufgedruckten Stempelklischees kauft, kauft eben auch ältere Einzelmarken zum vollen Michelpreis.

Aus dem Kundenstamm der Versandstelle hat kürzlich übrigens auch der BDPh neue Mitglieder geworben, wie ich auf der Webseite des BPDH gelesen habe. Offensichtlich handelt es sich hier um eine "ganz spezielle Sorte Mensch". Hier kommt wohl jede Hilfe zu spät ;)
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon th1975 » Freitag 23. Juni 2017, 13:09

Kurios ist was von Deutsche Post Philatelie unter der Rubrik "Raritäten" so alles angeboten wird :mrgreen:
https://philatelie.deutschepost.de/Phil ... aritaeten/

Heinemann-Satz für 59,00 Euros :shock:
https://philatelie.deutschepost.de/Phil ... emann.html

Ich kann mir vorstellen, dass sich die DPAG mit diesen Angeboten hart an der Grenze zur "irreführenden Werbung" bewegt. Hier wird eine Exlusivität und Seltenheit suggeriert, die einfach nicht vorhanden ist. Und der Heinemann-Satz ist keine Rarität, sondern trivialste Massenware ohne Wert.
Egal wie sowas der juristische Profi letztendlich bewertet, für mich sehen echte philatelistische Raritäten anders aus.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon T22 » Freitag 23. Juni 2017, 15:56

Mich würde es mal interessieren, wer hier der Lieferant der DPAG ist. Es werden wohl kaum eigene Bestände sein, die die Post vertickert. Für den Lieferanten ist es jedenfalls der Deal des Jahrhunderts :mrgreen:
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Württemberg-Sammler » Sonntag 25. Juni 2017, 08:03

T22 hat geschrieben:Mich würde es mal interessieren, wer hier der Lieferant der DPAG ist. Es werden wohl kaum eigene Bestände sein, die die Post vertickert. Für den Lieferanten ist es jedenfalls der Deal des Jahrhunderts :mrgreen:


Wer wird das wohl sein? Natürlich die Firma Borek in Braunschweig. Diese ist der Kooperationspartner der DPAG.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Cicero » Sonntag 25. Juni 2017, 09:22

Oberndörfer hat geschrieben:Die Deutsche Post geht in Konkurrenz zum arrivierten Briefmarkenhandel und bietet postfrische Jahrgänge zu Preisen am völlig utopischen Katalogwert an.


Ein Geschäftsmodell welches weder neu, noch einmalig ist.

Derartige Angebote findet man bereits seit Jahren bei der DP-AG.
Auch unsere österreichischen Nachbarn haben diese Einnahmequelle schon seit geraumer Zeit für sich erschlossen https://onlineshop.post.at/onlineshop/b ... 183?page=1
und im Fürstentum Liechtenstein betreibt man das Ganze sehr exzessiv
https://shop.philatelie.li/wertzeichen / https://shop.philatelie.li/gelegenheiten

P.S.: Angebot und Nachfrage: Kapitalismus pur halt, hat nichts mit Philatelie zu tun :mrgreen:
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Württemberg-Sammler » Sonntag 25. Juni 2017, 12:04

Cicero hat geschrieben:
Oberndörfer hat geschrieben:Die Deutsche Post geht in Konkurrenz zum arrivierten Briefmarkenhandel und bietet postfrische Jahrgänge zu Preisen am völlig utopischen Katalogwert an.


Ein Geschäftsmodell welches weder neu, noch einmalig ist.
Derartige Angebote findet man bereits seit Jahren bei der DP-AG.

Das kommt von der Privatisierung [Überführung von Gemeineigentum in Privateigentum] der Deutschen Bundepost. Die Deutsche Post AG befindet sich mehrheitlich in ausländischer Hand.

P.S.: Angebot und Nachfrage: Kapitalismus pur halt, hat nichts mit Philatelie zu tun :mrgreen:

Angebot und Nachfrage haben nichts mit Philatelie zu tun? :o
Dann frage ich mich, warum die berühmte "Blaue Mauritius" so teuer ist. :roll:
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Cicero » Sonntag 25. Juni 2017, 13:15

Württemberg-Sammler hat geschrieben:
P.S.: Angebot und Nachfrage: Kapitalismus pur halt, hat nichts mit Philatelie zu tun :mrgreen:

Angebot und Nachfrage haben nichts mit Philatelie zu tun? :o
Dann frage ich mich, warum die berühmte "Blaue Mauritius" so teuer ist. :roll:


Das P.S. bezog sich auf:
DDR-Sammler hat geschrieben:Was sich nicht rechnet, wird nicht gemacht. Das gilt besonders in einem Rendite getriebenen Großkonzern wie der DPAG. Die Hauptzielgruppe dieser völlig überteuerten Angebote werden wohl die Versandstellen-Abonnenten sein. Wer bei der Versandstelle wertlose ETB's und Neuausgaben mit aufgedruckten Stempelklischees kauft, kauft eben auch ältere Einzelmarken zum vollen Michelpreis.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Oberndörfer » Sonntag 25. Juni 2017, 17:05

Württemberg-Sammler hat geschrieben:Natürlich die Firma Borek in Braunschweig. Diese ist der Kooperationspartner der DPAG.


Für Borek ist das wohl der Deal des Jahrhunderts :roll:
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Max und Moritz » Sonntag 25. Juni 2017, 20:48

Das ganze ist widerlich. Nicht nur, weil die DPAG die Sammler übervorteilt.
Auch der Handel wird beschädigt. Natürlich kann man anführen, dass wer darauf reinfällt, sowieso dem normalen Markt nicht zugänglich ist. Andererseits gibt es eine Menge - vor allem älterer - Sammler, die sich nicht zutrauen, auf dem normalen Markt zu agieren und die Entscheidung zum Kauf auf den guten Ruf der Post outsourcen. Genau diese kaufkräftige Klientel fehlt dem Markt, auf dem sie normalerweise doch agieren müssten.
Da bin ich wieder bei mir. Denn jeder Händler, der aufgeben muss, fehlt in der Briefmarkenszene mit seinem Angebot. Und das ist schlecht.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Württemberg-Sammler » Montag 26. Juni 2017, 08:42

Der einzige Vorteil ist, Borek liefert völlig einwandfreie Ware. Dies ist für die ersten Jahre von Bund und Berlin äußerst wichtig, da hier vieles nachgummiert oder der Gummi verschönt wurde. Für viele Händler würde ich die Hand nicht ins Feuer legen.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Praktiker » Montag 26. Juni 2017, 17:24

Württemberg-Sammler hat geschrieben:Der einzige Vorteil ist, Borek liefert völlig einwandfreie Ware.


Wenn die Ware wie in dem oben abgebildeten Fall ohnehin mit BPP-Attest von Hr. Schlegel ausgestattet ist, spielt dieses Argument keine Rolle. Zudem halte ich diese Behauptung generell für etwas gewagt. Als langjähriger Borek-Kunde weiß ich wovon ich spreche.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon T22 » Montag 26. Juni 2017, 17:43

Und weil wir grade so schön am Motzen sind ;)

Drei Dinge die mich an der Versandstelle (Deutsche Post Philatelie) besonders stören:

1. Als Privatkunde kann man eine Bestellung nicht mit einem Online-Zahlungsmittel wie PayPal, Kreditkarte oder Sofort-Überweisung bezahlen. Als gewerblicher Kunde ist dies möglich. Für die Privaten bedeutet dies, sofern man nicht auf Rechnung bezahlen darf, mal eben locker zehn Tage Wartezeit. Erst bekommt man für die Bestellung die Rechnung. Dann überweist man, Danach wird die Bestellung nach Zahlungseingang freigeschaltet und versandt. Besonders ärgerlich ist das, wenn man die Marken kurz vor der Ausgabe bestellt hat, um sich Ersttagsbelege zu basteln und die Lieferung verzögert eintrifft.

2. In Sachen Service wird es leider auch immer mauer. Die neuen Rollenmarken mit EAN-Code gibt es bei der Versandstelle nur als 5er-Streifen. 6er-Streifen mit dem begehrten Zwischensteg sind lose nicht möglich. Größere Streifeneinheiten (z.b. zu 10 oder 20 Marken) werden alle fünf Marken gefaltet :shock:
Also ist man fast schon gezwungen eine ganze Rolle zu kaufen. Nur wer kann sich das schon leisten? Bleibt für den Berufstätigen nur der Weg zum Postamt, sofern es in der Nähe überhaupt noch eines gibt. Die Servicewüste lässt grüßen.

3. Und die Ausgabepolitik der DPAG ist eigentlich nur etwas für Besserverdiener. Die gleichen Marken werden nassklebend und selbstklebend verkauft. Nassklebend vom Bogen und der Rolle, wobei abhängig von der Rollengröße die EAN-Nr. variiert. Selbstklebend kommen die Ausgaben als Folienblatt oder Heftchen und gleichzeitig auch noch von der Rolle. Wer sich alle Varianten einmal postfrisch und gestempelt in die Sammlung legen möchte, wird jeden Monat ein kleines Vermögen los.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Dauerserienfreund » Mittwoch 28. Juni 2017, 12:55

Dass die DPAG kein Servicegigant ist, ist hinlänglich bekannt. Was sich die DPAG Philatelie allerdings mittlerweile erlaubt, ist in der Tat bemerkenswert. Auf meinen Anruf, ob man mir eine Vorratsliste aller vorhandenen Marken schicken könnte, teilte mir eine nur mäßig motivierte Callcenter-Dame mit, dass ich diese Informationen doch im Internet abrufen könne.
Seither geistere ich auf der Seite der DPAG Philatelie umher, ohne an mein Ziel gelangt zu sein. Es ist offensichtlich, dass man die Sammler nur als Melkkuh betrachtet und nicht wirklich bestrebt ist, sich hier als kundennahen Dienstleister zu präsentieren.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon DRSammler » Mittwoch 28. Juni 2017, 17:51

Nachdem ich mich über Jahre mit der Versandstelle rumgeärgert habe, habe ich meine Bund-Sammelaktivitäten beendet und mich anderen Sammelgebieten zugewandt. Das ist allerdings schon über 10 Jahre her.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Bustusmann » Freitag 30. Juni 2017, 08:27

Die schlimmste Abzocke, welche die DPAG betreibt, ist die Ausgabeninflation. Leider ist sie damit nicht allein in Europa und in der Welt. Eigentlich müsste es angesichts der generell zurückgehenden Briefpost und der Zunahme der markenlosen Versandvarianten auch einen Rückgang der Ausgabenflut geben. Weit gefehlt! Es kommt noch die Variantenflut wie z.B. nassklebend/selbstklebend hinzu.

Mein Entscheidung war deshalb, - noch halbwegs rechtzeitig - alle Neuheitenabos bereits in den 1980er und frühen 1990er Jahren zu kündigen. Meine Sammlungen enden einfach zu einem gewissen Zeitpunkt.

Je länger man inflationäre Abos laufen lässt, desto unguter ist das Gefühl danach, wertlosen Ramsch (und tlw. Kitsch) teuer bezahlt zu haben. Die Konsequenz ist dann häufig der Totalausstieg aus der Philatelie, um an den jahrelangen teuren Missgriff nicht mehr erinnert zu werden. Gestempelt-Sammler sind, wenn sie dem fragwürdigen Ziel der Vollständigkeit nachhecheln, zumindest indirekt genauso betroffen.

Somit fördern die Postorganisationen in vielen Ländern durch die Ausgabeninflation den Tod der Philatelie. Aber was schert das schlechte Geschäft von morgen, wenn man heute noch kräftig abzocken kann.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Max und Moritz » Samstag 1. Juli 2017, 21:20

Daher endet meine Bund-Sammlung auch 1955 als Spezialsammelgebiet und 1994 ab Abschaffung der Grossbogen als Normalgebiet.
Das einfache Abo habe ich noch. Für meine Frankaturen...... :D
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon thomas » Montag 3. Juli 2017, 15:53

Das Klagen über die verschwenderische Ausgabenpolitik der Post hat in Sammlerkreisen wohl Tradition, dennoch kann ich das nicht so weiteres stehen lassen. Schon in den frühen Jahren der Philatelie wurde seitens der Sammler darüber geklagt, dass die Fülle des erschienenen Materials den normalen Sammler finanziell überfordern würde.
Man denke dabei an die Inflationszeit, die philatelistisch eine Markenschwemme ihresgleichen nach sich gezogen hat (200 Hauptnummern in drei Jahren) oder an die Zeit zwischen 1945 und 1949, als eine Fülle an Neuerscheinungen unterschiedlichster Gebiete den Markt des aufgeteilten Deutschlands überschwemmten. Für die meisten Sammler war das damals nicht zu stemmen.

In den 50er-Jahren erachtete es die damalige Deutsche Bundespost es als sinnvoll immerhin vier Dauerserien (Posthorn und Heuss 1 bis 3) zu verausgaben (Heuss Lumogen mal außen vor gelassen),
in den 60er-Jahren waren es dann wieder vier Dauerserien (Bedeutende Deutsche x + y, Bauwerke 1 und 2 und Brandenburger Tor,
in den 70er-Jahren erschienen ebenfalls vier Dauerserien (UV, Heinemann, IuT, BuS).

Hinzu kam die Praxis noch reichlich Markenheftchenbogen, Heftchenblätter, Heftchen mit unterschiedlicher Werbung, etc.pp. zu verausgaben. Selbst reine Rollenmarken-Dauerserien wie z.B. Brandenburger Tor wurden zusätzlich noch im Bogen und Markenheftchenbogen herausgebracht.

Das gleiche Spiel wurde dann noch einmal mit den seit 1958 bildgleichen Dauerserien von Berlin getrieben,

Im Gegensatz dazu, läuft die alleinige Bund-Dauerserie Blumen seid immerhin 2005. Auch die Postgebühren sind seit 2002 (damals Standardbrief = 56c) bis heute nur sehr moderat gestiegen (2017 = 70c). Eine Postkarte (45c) oder die Gebühr für einen Großbrief (2002 = 144c; 2017 = 145c) sind nahezu unverändert.

Es war früher also nicht alles besser ;) Und von Abzocke der Sammler durch eine zu lockere Ausgabenpolitik kann meiner Meinung nach nicht die Rede sein.

Natürlich stimme ich meinen Vorrednern in einem zu: der Service der DPAG ist lausig und für sich alleine schon ein Grund sich ein anderes Sammelgebiet zu suchen.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Praktiker » Dienstag 4. Juli 2017, 11:54

Wer speziell in den 50er-Jahren jede Nische besetzen wollte, ist für die unterschiedlichen Druckerzeichen, Hausauftragsnummern, Gummiarten (glatt/geriffelt), Zähnungsvarianten ((dgz/ndgz), Formnummern usw. bereits ein Vermögen losgeworden. Insofern hat sich zu 2017 nicht viel geändert.

Hinsichtlich des Servicelevels der Versandstelle kann ich keine Aussage treffen, da ich ausnahmslos alles bei dem Philatelieschalter meines Vertrauens beziehe. Dort gibt es übrigens auch ungefaltete 6er-Streifen der Rollenmarken mit EAN-Code ;)

Die Angebote der älteren Briefmarken finde ich nicht gut. Es ist meiner Meinung nicht der Auftrag der Deutschen Post AG in Konkurrenz zu dem gewerblichen Briefmarkenhandel zu gehen. Hier hätte ich einen Aufschrei des APHV erwartet. Dass das Ganze viel zu teuer ist, wurde ja bereits schon geschrieben.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Württemberg-Sammler » Dienstag 4. Juli 2017, 18:37

Ohne die DP-Philatelie entlasten zu wollen, gebe ich zu bedenken, dass es früher neben den Ausgaben der DBP auch Ausgaben von West-Berlin gegeben hat, die ja von fast allen Bundsammler auch gekauft wurden.
Nimmt man noch die Ausgaben der DDR hinzu, relativiert sich die Abzocke durch die DP-Philatelie.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Oberndörfer » Mittwoch 5. Juli 2017, 17:10

Württemberg-Sammler hat geschrieben:Ohne die DP-Philatelie entlasten zu wollen, gebe ich zu bedenken, dass es früher neben den Ausgaben der DBP auch Ausgaben von West-Berlin gegeben hat, die ja von fast allen Bundsammler auch gekauft wurden.
Nimmt man noch die Ausgaben der DDR hinzu, relativiert sich die Abzocke durch die DP-Philatelie.


Hallo Württemberg-Sammler,
ich weiß nicht, ob du meinen Beitrag und die Antworten gelesen hast. Vielleicht solltest du das nochmal tun.
Mit Abzocke meinte ich jedenfalls nicht die Flut von Ausgaben. Die gibt es in der Tat nicht. Wieso das so ist, wurde oben schon geschrieben.
Mein Vorwurf der Abzocke gründet sich auf den Angeboten der Deutschen Post Philatelie in ihrem Webshop. Wie du oben lesen kannst, wird hier Massenware, die normal für 5 oder 10% Katalogpreis gehandelt wird, für den vollen Katalogwert angeboten.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Württemberg-Sammler » Mittwoch 5. Juli 2017, 17:30

@ Oberndörfer

Meine Einlassung bezog sich auf meine direkten Vorschreiber.
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Oberndörfer » Mittwoch 5. Juli 2017, 17:39

Württemberg-Sammler hat geschrieben:@ Oberndörfer

Meine Einlassung bezog sich auf meine direkten Vorschreiber.


Ok. Dann habe ich das falsch interpretiert. ;)
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Re: Deutsche Post Philatelie zockt Sammler ab

Beitragvon Max und Moritz » Donnerstag 6. Juli 2017, 22:24

Lustige Diskussion. In den frühen Fünfzigern waren HAN, Formnummern, DZ etc. drucktechnischen Erfordernissen dienend. Verschiedene Gummiriffelungen waren notwendiger technischer Neuerungen geschuldet. Wer die Inflationszeit einer Ausgabenflut beschuldigt, hat wohl in Geschichte nicht aufgepasst, genauso die Zeit von 45-49 betreffend.
An Sammler haben damals wohl viele gedacht, aber bestimmt nicht die verantwortlichen Ursprungs-Herausgeber, sprich staatliche Stellen.
Ab den sechzigern gehe ich mit eurer Kritik konform. Daher habe ich mein Sammelgebiet auch entsprechend beschränkt.
Wer übrigens meint, dass DZ, HAN etc. damals bereits spezialisiert gesammelt wurden, verkennt wohl die heute noch zur Verfügung stehenden Mengen. Das hat damals kaum einer gemacht, wie wir heute sehen dürfen, wenn wir ältere Sammlungen auflösen.

Damit kommen wir zur Abzocke der Post AG. Wer meint, dass alle heutigen Ausgabeformen nur postttechnischen Erfordernissen geschuldet sind respektive nur Bogenausgaben für uns Sammler sind: Prust.... Hahaha
In der heutigen Zeit könnte auch alles über Labels gehen oder wenige Klebeausgaben, wenn Mutti noch ein paar Briefmarken fürs Portemonnaie braucht. Jede Markenausgabe ist Abzocke, insbesondere in ihren verschiedenen Formen.
Wer den Müll heute noch in seinen verschiedenen Formen sammelt, verbrennt sein Geld. Es wird sich bald keiner mehr für Ersttagsausgaben von Bogenmarken/Klebemarken/Portostufen interessieren.

Spätestens in fünfzig Jahren ist die Briefmarke Geschichte. Nur historisch interessante Marken werden ihren Markt haben.
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