VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

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VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Redaktion » Freitag 7. Juli 2017, 14:20

Wer die Prüfordnung des VP auf dessen Webseite einsehen möchte, klickt aktuell ins Leere.
http://vpev.de/index.php/de/pruefauftrag.html

Offensichtlich wurde die Prüfordnung auf der Seite entfernt. Für eine Stellungnahme war der VP telefonisch nicht zu erreichen. Die auf der Webseite des VP angegebene Nummer ist falsch und endet bei einem hörbar genervten Geschäftsmann aus dem Rheinland. http://vpev.de/index.php/de/impressum.html

Ob die entfernte Prüfordnung etwas mit einem laufenden Verfahren gegen Fr. Christine Ney zu tun hat, können wir nicht sicher sagen, auch wenn der Verdacht nahe liegen mag.

Der Käufer zweier Saar-Urdruckbriefe im Handelswert von 7950,- EUR verklagte Fr. Ney vor Kurzem wegen Schadensersatz in gleicher Höhe, aufgrund der erwiesenen Falschprüfung beider Belege durch Fr. Ney und nimmt dabei Bezug auf §10 der VP-Prüfordnung. Der Geschädigte hatte beide Belege über einen Händler erworben.

§ 10 der VP-Prüfordnung: Der Prüfer leistet gegenüber dem Auftraggeber die gesetzliche Gewährleistung für die Richtigkeit seiner Prüfung und im Falle einer Veräußerung des Prüfgegenstands auch gegenüber dem Erwerber.

Will der VP hier Fr. Ney etwa zur Seite springen?

Wir bleiben dran und werden euch weiter informieren.


P.S. Und für alle die die Prüfordnung des VP nicht abgespeichert haben, empfiehlt sich ein Klick auf die Seite des VPH, der die VP-Prüfordnung einfach abgeschrieben hat ;)
https://www.vphev.de/pruefordnung
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon chrisPI » Freitag 7. Juli 2017, 14:40

Redaktion hat geschrieben:P.S. Und für alle die die Prüfordnung des VP nicht abgespeichert haben, empfiehlt sich ein Klick auf die Seite des VPH, der die VP-Prüfordnung einfach abgeschrieben hat ;)
https://www.vphev.de/pruefordnung


So sah die Prüfordnung am 10. April aus:
http://web.archive.org/web/201704100730 ... dnung.html
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Tortenwerfer » Sonntag 9. Juli 2017, 16:23

Vorhin im Chat kam die Frage auf, ob man als Prüferverband den überhaupt eine Prüfordnung auf der Webseite zur Einsicht vorhalten müsse. Die deutliche Mehrheit kam zur der Ansicht, dass die Prüfordnung analog den AGB die Grundlage für die Geschäftsbeziehung zwischen Sammler und Prüfer darstellt.
Daher wirft das Entfernen der Prüfordnung von der Homepage gerade bei einer diskutablen "Organisation" wie dem VP natürlich jede Menge unguter Fragen auf.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon roschc » Sonntag 9. Juli 2017, 19:11

Nur wenn man was zu verbergen hat (oder verbergen möchte) entfernt man die Prüfordnung aus der Öffentlichkeit.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon zackenbaer » Montag 10. Juli 2017, 18:00

roschc hat geschrieben:Nur wenn man was zu verbergen hat (oder verbergen möchte) entfernt man die Prüfordnung aus der Öffentlichkeit.


Ich stimme @roschc zu. Das Ganze stinkt bis zum Himmel. Eben typisch VP!
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Redaktion » Dienstag 11. Juli 2017, 15:23

Redaktion hat geschrieben:Die auf der Webseite des VP angegebene Nummer ist falsch und endet bei einem hörbar genervten Geschäftsmann aus dem Rheinland. http://vpev.de/index.php/de/impressum.html


Update: Die falsche Telefonnummer wurde mittlerweile durch den Webseitenbetreiber berichtigt.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon MarkusZech » Mittwoch 12. Juli 2017, 17:14

Redaktion hat geschrieben:Der Käufer zweier Saar-Urdruckbriefe im Handelswert von 7950,- EUR verklagte Fr. Ney vor Kurzem wegen Schadensersatz in gleicher Höhe, aufgrund der erwiesenen Falschprüfung beider Belege durch Fr. Ney und nimmt dabei Bezug auf §10 der VP-Prüfordnung. Der Geschädigte hatte beide Belege über einen Händler erworben.


Ich bin mal gespannt, wie das Verfahren gegen Frau Ney ausgeht. Bei einem Streitwert von 8000 EUR kommen sicherlich noch 4000 EUR Anwalts- und Gerichtskosten obendrauf. Hier geht es also um richtig viel Geld. Ob Frau Ney diesen Betrag wird stemmen können?

Informierte Prozessbeobachter wundern sich darüber hinaus, dass Frau Ney den Prüfauftrag für die beiden Briefe für gerade einmal 0,3% des Katalogwertes angenommen hat. Auftraggeber für die Prüfung soll angeblich Dr. Fischer, Bonn gewesen sein. Übliches Entgelt in der Branche sind normalerweise 3 bis 4% des Katalogwertes vom Prüfstück. Wieso sich ein VP-Prüfer bei einer derartig riskanten Prüfung zum "Dumpinghonorar" verdingt, ist für mich nicht nachzuvollziehen.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon roschc » Donnerstag 13. Juli 2017, 01:05

Bei Dienstleistungen richten sich normalerweise die veranschlagten Kosten nach der Qualität der Arbeit.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Tortenwerfer » Freitag 14. Juli 2017, 12:54

MarkusZech hat geschrieben: (... redaktionell bearbeitet)


Soso, hier wurde also zensiert :shock: Bis gestern stand hier doch, dass Fr. Ney zum Discountpreis prüft. Was ist denn daran anstößig? Ich verhandle mit dem Prüfer meines Vertrauens bei entsprechend großen Sendungen auch immer einen Preis, der deutlich unter den sonst üblichen Tarifen liegt. Darf man das nicht mehr sagen? Ich bitte um Erläuterung seitens der Red.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Dauerserienfreund » Samstag 15. Juli 2017, 18:24

Tortenwerfer hat geschrieben:Bis gestern stand hier doch, dass Fr. Ney zum Discountpreis prüft. Was ist denn daran anstößig?


Daran ist nichts anstößig. Ich behaupte mal frech, dass die meisten Prüfer gewerblichen Großkunden Sonderkonditionen einräumen.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon roschc » Samstag 15. Juli 2017, 22:18

Ich behaupte mal frech, dass die meisten Prüfer gewerblichen Großkunden Sonderkonditionen einräumen.


Da liegen mir gegenteilige Informationen vor.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Redaktion » Mittwoch 19. Juli 2017, 11:28

Tortenwerfer hat geschrieben:Soso, hier wurde also zensiert :shock: Bis gestern stand hier doch, dass Fr. Ney zum Discountpreis prüft. Was ist denn daran anstößig? Ich verhandle mit dem Prüfer meines Vertrauens bei entsprechend großen Sendungen auch immer einen Preis, der deutlich unter den sonst üblichen Tarifen liegt. Darf man das nicht mehr sagen? Ich bitte um Erläuterung seitens der Red.


@Tortenwerfer
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Cicero » Mittwoch 19. Juli 2017, 21:46

Tortenwerfer hat geschrieben:Daher wirft das Entfernen der Prüfordnung von der Homepage gerade bei einer diskutablen "Organisation" wie dem VP natürlich jede Menge unguter Fragen auf.


In der Tat. Seitdem die Prüfordnung von der Seite genommen wurde dürften sich die Aufträge stark in Grenzen halten. Wer erteilt schon gerne einen Auftrag, wenn er die Bedingungen des Geschäfts nicht kennt?
Der Einlieferer soll nämlich die Prüfordnung ausdrücklich anerkennen, ansonsten möchte der VP nicht prüfen:

VP.JPG


Wie der VP dieses Dilemma wohl auflöst, oder löst er sich gar ganz auf? :mrgreen:
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon zackenbaer » Donnerstag 20. Juli 2017, 12:07

Cicero hat geschrieben:In der Tat. Seitdem die Prüfordnung von der Seite genommen wurde dürften sich die Aufträge stark in Grenzen halten. Wer erteilt schon gerne einen Auftrag, wenn er die Bedingungen des Geschäfts nicht kennt?
Der Einlieferer soll nämlich die Prüfordnung ausdrücklich anerkennen, ansonsten möchte der VP nicht prüfen:


Das ist ziemlich kurios. Ich soll als Verbraucher eine Geschäftsgrundlage anerkennen, die ich aber nicht einsehen kann.

Ob es sich hier um eine eigenwillige "Geschäftsvermeidungsstrategie" des VP handelt oder die Prüfer einfach nur ungestört von nervigen Prüfsendungen Sommerurlaub machen wollen. Wer weiß das schon?

:mrgreen:
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon Dauerserienfreund » Montag 31. Juli 2017, 18:41

Der Nebel um den VP wird die letzten Monate wieder dichter. Da fehlt es mir einfach an Transparenz und Seriösität im Außenauftritt. Zudem bleibt das "Problem Ney" virulent, die sich durch zahlreiche Falschprüfungen in der Szene einen mehr als fragwürdigen Ruf erworben hat. Hinzu kommt die Einflußnahme von Dr. Fischer, erst nur Finanzier, dann auf einmal auch VP-Prüfer, mit jedoch komplett anderen Interessen als Auktionator. Ich denke dass dieses Konstrukt auf Dauer nicht gut gehen kann. Ich find's schade. Das Prüfwesen könnte einen zweiten gut aufgestellten und kompetenten Verband gut vertragen.
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Re: VP entfernt eigene Prüfordnung von Webseite

Beitragvon chrisPI » Donnerstag 31. August 2017, 13:35

Inzwischen ist auf der Homepage des VP wieder eine, aktualisierte, Prüfordnung zu finden. Eine Gegenüberstellung der Änderungen zeigt, dass die Position des Auftraggebers durch die Änderungen weiter verschlechtert wurde.

11. Der Prüfer berechnet für seine Tätigkeit, wenn nichts anderes vereinbart ist, bis 4 % vom aktuellen Michel-Katalogwert oder weiterführenden Spezialkatalogen. Die Mindestgebühr für jede einzeln vorgelegte Marke bis Mi. 75,00 € beträgt 3,00 €, für jedes Briefstück oder Ganzsache 5,00 €. Für falsch oder verfälscht zu kennzeichnende Prüfgegenstände ab Mi. 300,00 € werden 1 % berechnet, höchstens 50,00 €, auch wenn keine Signatur angebracht wird. Für die Erstellung eines Fotoattestes werden zusätzlich 20,00 €, eines Fotobefundes zusätzlich 10,00 € und eines Kurzbefundes zusätzlich 5,00 € berechnet. Die Mindestgebühr für jede Sendung beträgt 25,00 €. Auf sämtliche o.g. Leistungen wird die gesetzliche Mehrwertsteuer von zur Zeit 19 % erhoben. [...]
14. Die Abrechnung der Prüftätigkeit erfolgt in der Regel per Nachnahme (zzgl. Gebühren der Nachnahme), Vorauskasse oder per Rechnung.
Stand: 4. Januar 2015

11. Der Prüfer berechnet für seine Tätigkeit ein Entgelt, über dessen Höhe der Auftraggeber und der Prüfer vorab Einigung erzielen. Auf sämtliche o.g. Leistungen wird die gesetzliche Mehrwertsteuer erhoben. [...]
14. Die Abrechnung der Prüftätigkeit erfolgt in der Regel als Vorauskasse (oder bei entsprechener Absprache auch per Rechnung).
Stand: 13. Mai 2017
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