Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Basel

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Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Basel

Beitragvon Redaktion » Donnerstag 14. Dezember 2017, 15:44

Die "Briefmarkenprüfstelle Basel" hat bei seriösen Philatelisten keinen guten Ruf. Ein weiteres, besonders prägnantes Beispiel der unendlichen Geschichte an Falschprüfungen der "Briefmarkenprüfstelle Basel", wollen wir an dieser Stelle mit freundlicher Unterstützung des BPP illustrieren.

Die folgenden Bilder zeigen die Blöcke 5 und 6 des Deutschen Reiches (Olympiade Berlin 1936).

DR Bl5 Stempel falsch.jpg
(302.29 KiB) 3365-mal heruntergeladen

DR Bl6 Stempel falsch.jpg
(328.32 KiB) 3289-mal heruntergeladen


Die Stempel auf beiden Blöcken sind falsch und unter Zuhilfenahme eines echten Vergleichsstückes leicht als solche zu identifizieren.

Stempel echt

Stempel echt.jpg
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Stempel falsch

Stempel Detail falsch.jpg
(73.31 KiB) 3297-mal heruntergeladen


Man muss kein Prüfer sein, um die zahlreichen Abweichungen zwischen dem falschen und dem echten Abdruck zu erkennen.

Dennoch prüft Herr Martin Eichele die Stempel als echt und erstellt dafür das folgend abgebildete "Attest".

Eichele Falschprüfung.jpg
(1.84 MiB) 3336-mal heruntergeladen


Fehlt es Herrn Eichele etwa an Vergleichsmaterial, um diese einfache Prüfung durchzuführen oder werden hier für Dritte "Gefälligkeitsatteste" für manipulierte Marken erstellt?

Da wir derartige Falschprüfungen zum Schaden der Sammler mittlerweile in erheblichem Umfang dokumentieren durften, raten wir mit Nachdruck von einer Geschäftsbeziehung mit der "Briefmarkenprüfstelle Basel" ab.





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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Hammer » Donnerstag 14. Dezember 2017, 18:44

Mit solchen Meldungen stecht ihr natürlich in ein fettes Wespennest. Hinter der Briefmarkenprüfstelle Basel verbergen sich nämlich drei "herausragende Persönlichkeiten der globalen Philatelieszene".

Martin Eichele
http://www.sbhv.ch/portal/mitglieder/94 ... lassica-ag

Jean-Paul Bach
http://www.sbhv.ch/portal/mitglieder/69-bach-jean-paul

Peter Rapp
http://www.sbhv.ch/portal/mitglieder/93-peter-rapp-ag

Wer sich die Webauftritte der Herren Eichele, Bach und Rapp ansieht, erstarrt in Sekundenschnelle in Ehrfurcht. Kein Wunder angesichts der wirklich einzigartigen "omni-philatelistischen" Kompetenz dieser Herrschaften.
Händler, Sammler, Prüfer, Verbandschef, Juror, Berater, Auktionator, Bücherautor, Herausgeber, Schätzer, Nachlassverwalter, Vorstand. Geht nicht, gibts nicht. Hier drehen drei absolute Granden der Szene das ganz ganz große Rad. Und wer schlau ist, schaut das er dabei nicht in die Speichen gerät ;)

xxx Ende des Ironiemodus xxx
Mit philatelistischen Grüßen aus Hamm,
Christoph Schmidt
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Meinhard » Donnerstag 14. Dezember 2017, 21:16

Hammer hat geschrieben:Mit solchen Meldungen stecht ihr natürlich in ein fettes Wespennest. Hinter der Briefmarkenprüfstelle Basel verbergen sich nämlich drei "herausragende Persönlichkeiten der globalen Philatelieszene".
xxx Ende des Ironiemodus xxx


Ja super und was hilft es mir als Sammler. Siehe nachstehenden Link hier im Forum.

viewtopic.php?f=106&t=21838
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Wieselflink » Donnerstag 14. Dezember 2017, 21:45

Meinhard hat geschrieben:Ja super und was hilft es mir als Sammler.


Wenn du auf ein nicht zutreffendes Attest der Briefmarkenprüfstelle Basel hereingefallen bist, kann dir keiner mehr weiterhelfen. Oder glaubst du wirklich eine Klage gegen einen dieser "Prüfer" führt zu dem von dir gewünschten Ergebnis, ohne das du mit ungewissem Ausgang massiv in finanzielle Vorleistung gehen musst? Die Standards die man vom BPP kennt, gibt es in der Schweiz nicht.
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon th1975 » Freitag 15. Dezember 2017, 11:12

Die Problematik inkompetenter Prüfer, die die Sammlerschaft mit mehr oder weniger falschen Attesten um Hab und Gut bringen, lässt sich nicht ausschließlich auf die Briefmarkenprüfstelle Basel und ihre illustren Mitglieder reduzieren.
Das Problem ist größer und betrifft besonders auch die deutsche Philatelie. Die Bezeichnung 'Briefmarkenprüfer' ist in keinster Weise geschützt. Jeder kann Prüfer werden oder mit Gleichgesinnten einen Prüferbund gründen. Am Beispiel des VPH haben wir ja gerade alle gesehen, was möglich ist. Es gibt auch keine Aufsichtsbehörde, die die Tätigkeit der Prüfer kontrollieren würde. Hier herrscht ein komplettes Regulierungsloch.
Das gleiche gilt allerdings auch für die Händler. Auch hierfür benötige ich keinerlei Qualifikation oder Zulassung. Wirklich jeder kann Händler und im Internet oder auf dem Flohmarkt auf Beutezug gehen. Staatliche Regulierung auch hier Fehlanzeige. Selbst Händler die über längere Zeit nachgewiesener Weise Sammler betrügen, ich erinnere hier an den Fall von Colonaden Fischer in Hamburg, ist mit juristischen Mitteln kaum beizukommen.

So etwas gibt es wirklich nur in der Philatelie!

Der APHV, der als Händlerverband eigentlich ein Interesse haben sollte, unseriöse Protagonisten auf Distanz zu halten, macht hier leider auch keine besonders gute Figur. Sowohl Eichele, als auch Bach werben auf ihrer Seite mit ihrer APHV-Mitgliedschaft. Wie geht das alles zusammen?

Auch die Konstellation, dass Händler und Auktionatoren ihre eigenen Prüfer sind, ist aus Compliance-Sicht völlig untragbar. Man übertrage dieses Muster auf den Autohandel. Der Autohändler wäre also gleichzeitig TÜV und Zulassungsstelle! Was würde das wohl für die Qualität der angebotenen Autos bedeuten?

Ich habe mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass sich die Philatelie in einem weitgehend rechtsfreien Raum bewegt. Und die Bemühungen der wenigen Akteure die das ändern wollen, verlaufen im Sand oder werden ausgebremst. Zu groß ist das Beharrungsvermögen der philatelistischen Eliten und der unbedingte Wille, sich auch in Zukunft auf Kosten der Sammler den Beutel zu füllen.
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Oberndörfer » Samstag 16. Dezember 2017, 16:35

Es müsste sich ein mutiger und solventer Sammler finden, der der Philatelie was Gutes tun möchte und die Verfasser dieser Falschatteste (sagt man das so?) mal durch alle Instanzen klagt. Vielleicht würde sich etwas ändern, wenn diese Minderleister tatsächlich Angst haben müssten für ihre "Prüfleistungen" persönlich in Regreß genommen zu werden.
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Dauerserienfreund » Dienstag 19. Dezember 2017, 16:46

http://www.bdph-service.de/kompass/fael ... est-basel/

Selbst der in solchen Dingen immer sehr zurückhaltende BDPH warnte schon 2014 in deutlichen Worten vor der "Briefmarkenprüfstelle Basel".

Es ist mir daher ein Rätsel, wieso diese Laden immer noch existiert.
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon DDR-Sammler » Dienstag 19. Dezember 2017, 18:40

Dauerserienfreund hat geschrieben:Es ist mir daher ein Rätsel, wieso diese Laden immer noch existiert.


Geht mir auch so. Das Thema ist in praktisch allen Foren die letzten zehn Jahre schon mehrfach rauf und runter diskutiert worden. Geändert hat sich allerdings nichts. Die Herrn "Prüfer" sitzen in der Schweiz und sind für den deutschen Sammler damit außer Reichweite.
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Württemberg-Sammler » Donnerstag 21. Dezember 2017, 13:32

DDR-Sammler hat geschrieben:
Dauerserienfreund hat geschrieben:Es ist mir daher ein Rätsel, wieso diese Laden immer noch existiert.


Geht mir auch so.


Ist doch klar: Wenn man den Verdacht hat, dass Marken falsch sind, diese aber verkaufen will - wohin schickt man diese, damit man sie als "echt" geprüft erhält?

Zudem dürfte sich um Eigenware handeln, die entsprechend geprüft und verkauft werden.
Und billig angeboten gehen solche Marken weg (Gier frisst Hirn).
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon retru » Donnerstag 21. Dezember 2017, 16:00

Das zugehörige Stempelgerät mit dem das oben gezeigte Werk erstellt wurde, wurde neulich bei Ebay verkauft... Hab das Angebot leider nicht gespeichert :cry: kann also gut sein, das da in Zukunft noch mehr solcher Stücke auftauchen :oops: :oops:
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Re: Hinweis auf Falschprüfungen der Briefmarkenprüfstelle Ba

Beitragvon Dauerserienfreund » Donnerstag 11. Januar 2018, 19:50

Gut, dass ihr das wichtige Thema auch auf Facebook nochmal aufgenommen habt.
https://www.facebook.com/bundforum/phot ... =3&theater
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