Michel-Kataloge zum Dumpingpreis. Was läuft da schief?

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Michel-Kataloge zum Dumpingpreis. Was läuft da schief?

Beitragvon MarkusZech » Donnerstag 6. September 2018, 12:12

Aktuell kann man bei Ebay einen coolen Schnapp machen. Bei Goldhahn gibt es den 2017er Michel-Deutschland Spezial 1 und 2 für schmale 69 EUR inklusive Versand.

https://www.ebay.de/itm/Set-MICHEL-Deut ... SwyW5a6Yn6

Noch vor kurzem hat dieses Set 176 EUR gekostet :shock:

Was des Sammlers Freud, ist des Michels Leid. Jedenfalls läuft da irgendwas schief im Hause Schwaneberg. Wieso verramscht man in Oberschleißheim aktuelle Kataloge zum Discountpreis? Denn damit Goldhahn das Set für 69 EUR inklusive Versand überhaupt bei Ebay anbieten kann, muss Goldhahn für unter 40 EUR bei Schwaneberger einkaufen.

Ich mach die Rechnung mal auf:
69 Verkaufspreis bei Ebay
-5 EUR für kostenlosen Versand und Verpackung
-6 EUR Provision Ebay
-2 EUR Provision bei Paypal-Zahlung
----
Das ergibt um die 56 EUR die Goldhahn tatsächlich verbleiben. Damit sich der ganze Aufwand für Goldhahn lohnt, die müssen ihren Aufwand für Handling, Lagerung, Büro- und Personalkosten ja auch berücksichtigen, benötigt Goldhahn eine Marge von um die 30%. Ich komme bei dieser überschlägigen Abschätzung also auf einen EK von aller höchstens um die 39 EUR.

Wenn Michel ein Produkt statt in 2017 für 176 EUR, nun in 2018 für um die 39 EUR verkauft, wirft das zahlreiche Fragen auf, die mir spontan durch den Kopf gehen.

Wieso produziert Michel offensichtlich über den tatsächlichen Bedarf?
Wieso verramscht Michel diese Überbestände nur ein Jahr nach Erscheinen so billig?
Und wovon lebt Michel denn eigentlich? Bei diesem Preis kann man doch kein Geld mehr verdienen? Im Gegenteil, meines Erachtens wird hier im großen Stil Kapital vernichtet.
Es ist mir shiceegal, wer dein Vater ist. Solange ich hier angle, wird nicht übers Wasser gelaufen.
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Re: Michel-Kataloge zum Dumpingpreis. Was läuft da schie

Beitragvon ZD-Fan » Donnerstag 6. September 2018, 13:36

Da gabs 2013 schon mal einen ähnlichen Thread
viewtopic.php?f=124&t=9438
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Re: Michel-Kataloge zum Dumpingpreis. Was läuft da schief?

Beitragvon Plattenfehler » Donnerstag 6. September 2018, 17:20

Beim Blick in die unter http://www.bundesanzeiger.de veröffentlichten Jahresabschlüsse des Schwaneberger Verlags und der verbundenen Gerber media Service GmbH, bei beiden Gesellschaften ist Hr. Hans Hohenester Geschäftsführer, kann einem Angst und Bange werden.

Ich habe in der Schule mal gelernt, dass wenn die Summe aus Rückstellungen und Verbindlichkeiten das Eigenkapital überschreiten, das Unternehmen pleite ist. Es scheint so, als ob dieser Grundsatz heutzutage keine Anwendung mehr findet.
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ist mir egal ...

Beitragvon silversurfer » Freitag 7. September 2018, 17:23

Was immer da auch schief läuft bei Michel, es ist mir egal. Wenn Michel pleite ist, wird es einen anderen Kataloghersteller geben. Der Online-Katalog von Scott ist zum Beispiel ein echter Tipp.

Ich habe dennoch meinen alten abgewetzten Michel aus 2008 gegen einen aus 2017 ersetzt. Das Angebot von Goldhahn ist nämlich wirklich ziemlich gut.
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