ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Dauerserien Bedeutende Deutsche

ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Beitragvon Rainer » Montag 20. August 2012, 16:04

Inspiriert durch unser Mitglied wi.kr, der im Bereich Bund Vorläufer seine gezeigten Belege so eindrucksvoll beschreibt, möchte ich in diesem Bereich auf ungewöhnliche Frankaturen, Portostufen und Belege näher eingehen. Alle Belege wurden zwar schon unter den einzelnen Wertstufen gezeigt, aber ohne ausführliche Beschreibung.

 

Ich beginne mit einer Paketkarte für ein Paket das von Motala in Südschweden nach Rittmarshausen verschickt wurde.

Der Weg dieses Paketes läßt sich durch die abgeschlagenen Stempel sehr gut nachvollziehen:


  • 19.11.1964 Aufgabe des Paketes in Motala, Schweden

  • 20.11.1964 Bearbeitung im Austauschpostamt Malmö und Weiterleitung per Bahn auf der Strecke RØDBY-HAMBURG (Vogelfluglinie)

  • 21.11.1964 Ankunft in Göttingen und Beginn der Zollbehandlung - Es wurde keine Zollgebühr erhoben, sondern lediglich eine Pauschale in Höhe von DM 1,- für "Verzollungspostgebühr", die als Nachgebühr vom Empfänger eingezogen wurde.

  • 24.11.1964 Ankunft im Bestimmungspostamt Rittmarshausen, der Empfänger zahlte zusätzlich zur oben genannten Verzollungspostgebühr die Zustellgebühr in Höhe von 30 Pfg, die mit einem senkrechten Paar des 15-Pfg.-Wertes dokumentiert ist.


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Rainer
 

Re: ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Beitragvon Rainer » Dienstag 21. August 2012, 12:16

Zur Unterstützung der Bevölkerung in der DDR konnten für Geschenksendungen (Päckchen) ein mir nicht bekannter Betrag als Sonderausgabe bei der Steuererklärung abgesetzt werden. Hierfür war ein Nachweis erforderlich. Die Post stellte diesen Nachweis gegen eine Gebühr von 20 Pfg. aus. Nur Einlieferungsscheine für nachweispflichtige Sendungen waren obligatorisch und demnach kostenlos.

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Hier ein weiterer Einlieferungsschein für ein Paket nach Kanada. Dieser Einlieferungsschein ist jedoch von anderer Bedeutung. Rückseitig verklebte 1,50 DM war die Gebühr für eine so  genannte "stille Versicherung". Weder auf der Sendung noch in begleitenden Papieren (hier Paketkarte) war ein Hinweis auf den Wert des Inhaltes angebracht. In der Praxis ist dieser Einlieferungsschein eine Versicherungsurkunde.

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Rainer
 

Re: ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Beitragvon Rainer » Dienstag 21. August 2012, 12:48

Postsachen wurden weltweit ohne Frankatur verschickt, auch Einschreiben war kostenlos, viele erinnern sich an die Abo-Lieferungen der Versandstellen für Sammlermarken (vor der Privatisierung). Luftpostzuschläge wurden jedoch verklebt, wie unten gezeigter Beleg des Postscheckamtes Köln belegt. Der Empfänger und Inhaber des Postscheckkontos lebte in Kanada, die Anbringung der Adresse ist zeitgemäß. Auch die Entwertung mit dem Stempel "5 Köln PSchA" ist schlüssig.

Für Auslandspost wurden extra Umschläge mit zusätzlichen Angaben in französischer Sprache, der Sprache des Weltpostvereins, gedruckt.

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Rainer
 

Re: ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Beitragvon Rainer » Dienstag 21. August 2012, 14:25

Ein weiterer Beleg aus dem Innendienst ist das unten gezeigte Telegramm. Diese Belege sollten eigentlich nach Ablauf der Lagerfrist dem Altpapier zugeführt werden. Trotzdem sind doese Belege in Sammlerhand gekommen.

Das Telegramm im Ortsverkehr von Oesterweg (Oesterweg ist seit der Gebietsreform am 1. Januar 1973 ein Stadtteil im von Versmold im Nordwesten des Kreises Gütersloh, Nordrhein-Westfalen) wurde rückseitig mit einem waagerechten Paar des 1-DM-Wertes für die Telegrammgebühr von 2,- DM beklebt. Die Entwertung erfolgte jedoch erst am folgenden Tag. Ich kann leider nicht sagen, ob dieses Verfahren (nach Zustellung des Telegramms?) üblich war.

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Rainer
 

Re: ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Beitragvon Rainer » Dienstag 21. August 2012, 14:53

Lediglich in den Städten Berlin und München konnte der Absender gegen Gebühr auf eine Beförderung per Rohrpost bestehen, auch wenn die Rohrpost auch in anderen Städten für einen schnellen Versand von Eilbriefen genutzt wurde. Belege der Rohrpost München sind aus dieser Zeit wesentlich seltener anzutreffen. Das Porto setzt sich wie folgt zusammen:


  • Ortsbrief Berlin          10 Pfg

  • Eilbotenzuschlag        60 Pfg

  • Rohrpostbeförderung 20 Pfg


Der Brief ist demnach portogerecht frankiert.

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Rainer
 

Re: ungewöhnliche Verwendungen und Portostufen der Dauerserie Bedeutende Deutsche

Beitragvon Rainer » Montag 17. September 2012, 10:19

Zwischen den Städten Neu-Isenburg und Frankfurt wurde lediglich das Ortsporto berechnet.

Am vergangenen Wochenende (15.9.2012) wurde beim Auktionshaus Rosslau OHG, Turmstrasse 33, 06842 Dessau-Roßlau dieser Einschreibebeleg verkauft, zum Preis von 62,- € + Aufgeld (Ausruf: 40,- €)

http://www.philasearch.com/de/i_9194-A41-4096/posdetail.html#.UFcFBNVnSSp

Aus oben angegebener Quelle stammt auch dieses Bild

Nachbarortsverkehr.jpg

Briefe im Nachbarortsverkehr werden selten einmal angeboten, sicherlich schlummern noch viele Belege dieser Art in diversen Grabbelkisten. Also - Augen auf! Wink
Rainer
 


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