Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

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Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon Norbert » Freitag 15. November 2013, 14:06

Auf Grundlage einer Überprüfung der Abstempelungen von 250 Briefsendungen aller Gewichtsstufen, aus dem Verwendungszeitraum vom 20.10. bis 12.11.2013, durfte das Redaktions-Team von Bund-Forum.de eine "überraschende Feststellung" machen:

Je 100 EUR verklebter Frankatur, waren Briefmarken im Wert von 14,43 EUR nicht ordnungsgemäß abgestempelt. Die geprüften Sendungen stammten aus dem regulären Posteingang dreier Münchner Unternehmen.

Die Fehlerquote der DPAG betrug damit 14,43%. Würde ein Auto- oder Computerhersteller mit dem gleichen Fehlerwert arbeiten, wäre das Unternehmen wohl kürzester Zeit weg vom Markt.

Dass diese "Feststellung" der Bund-Forum Redaktion offensichtlich kein Einzelfall ist, zeigt eine Recherche auf der Internetplattform Ebay. Hier tauchen - im großen Umfang - die nicht abgestempelten Briefmarken wieder auf und suchen für 70-80% ihrer Nominale einen neuen Verwender. Erkennbar sind diese Angebote an dem Hinweis, dass es sich bei den angebotenen Marken um Marken "ohne Gummi" handelt.

Exemplarisch zeigen wir Ihnen drei dieser zweifelhaften Angebote, mit denen sich der Verkäufer, sofern er von der DPAG angezeigt werden sollte, strafbar macht.

http://www.ebay.de/itm/100-Briefmarken- ... 5af6b31cfb

http://www.ebay.de/itm/20-1-45-ungestem ... 25851cf79b

http://www.ebay.de/itm/Briefmarken-Fran ... 41791a9832

Dass der DPAG durch die offensichtliche Unfähigkeit ihre Briefmarken ordentlich zu entwerten viele Millionen Euro an Einnahmen entgehen, darf als gesichert angenommen werden, auch wenn konkrete Zahlen über die absolute Höhe bis dato fehlen. Schätzungen reichen dabei bis zu 100 Mio. EUR pro Jahr.

Wieso die DPAG ihr kostspieliges Prozessproblem jedoch nicht endlich wirksam behebt und stattdessen neuerlich zum 01.01.2014 das Porto erhöht, wirft die Frage auf, ob die DPAG ihre Prozesse im Unternehmen überhaupt noch unter Kontrolle hat oder das Abwälzen eigener Probleme auf ihre Kunden ultima ratio bleibt.

Es bleibt im Interesse von Millionen von Verbrauchern zu hoffen, dass die Bundesnetzagentur dies bei ihrer Entscheidung hinsichtlich der von der DPAG beantragten Porterhöhung berücksichtigt.

Norbert Geisler

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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon th1975 » Mittwoch 20. November 2013, 18:52

Wer selbst Fehler macht und nicht in der Lage ist diese zu beheben, sollte die Folgen dieser Fehler nicht auf seine Kunden abwälzen dürfen. Da stimme ich meinem Vorredner völlig zu.

Leider ist aber zu erwarten, daß die DPAG mit ihrer zweiten Portoerhöhung innerhalb eines Jahres genau wie beantragt durchkommt. Die Verbraucher sollten von der Bundesnetzagentur nicht allzu viel erwarten.

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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon db50 » Freitag 6. Dezember 2013, 14:45

@Norbert
Ambitioniert und treffend formuliert. Leider hat die Bundesnetzagentur so entscheiden, wie es zu erwarten war.
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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon MarkusZech » Freitag 28. November 2014, 19:45

Der Thread ist zwar alt. Das Thema aber immer noch heiß. Nach der Portoerhöhung, ist ja bekanntlicherweise vor der Portoerhöhung.

Diese abgelaufene Ebayauktion zeigt in jedem Fall noch einmal eindeutig das Problem der Post AG

http://www.ebay.de/itm/400-x-2-00-amp-3 ... 7675.l2557

1886,00 EUR für bereits gelaufene, aber ungestempelt gebliebene Marken :shock: Kein Wunder das die Post auf keine grünen Zweig kommt.

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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon Cicero » Samstag 5. September 2015, 11:23

Die "Händler" haben reagiert und bieten das Zeugs nunmehr mit dem Hinweis an, man dürfe die abgelösten ungestempelten Marken nicht mehr zur Frankatur verwenden aber natürlich "sammeln" So wie dieser "ehrbare Händler" aus Königswinter der 250 Marken a 1,45 € Nominale für 210 € einem "Sammler" verkaufen möchte:

http://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anze ... 7-234-1686

Das ist das gleiche Prinzip wie beim (legalen) Verkauf von Radarwarngeräten mit dem Hinweis, Du darfst das Teil zwar haben, aber nicht einsetzen. Eine mehr als skurrile Gesetzeslage, meint

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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon Cicero » Freitag 23. Oktober 2015, 15:11

Hat die Post gelernt?

Zu wünschen wäre es; auch für den Sammler, denn dann gäbe es häufiger so entwertete Marken:
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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon MarkusZech » Freitag 23. Oktober 2015, 17:04

Cicero hat geschrieben: Eine mehr als skurrile Gesetzeslage


Skurril, aber einträglich, wie Angebote und Umsätze dieses Großhändlers belegen.
http://www.ebay.de/sch/Briefmarken-/260 ... nds_deluxe
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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon Cicero » Samstag 5. Dezember 2015, 19:17

Und wieder ein Beleg "Nachträglich entwertet"
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Re: Prozesse der Deutschen Post AG außer Kontrolle?

Beitragvon wachauer » Sonntag 13. Dezember 2015, 23:18

Hallo Sammlerfreunde,

die Deutsche Post hat noch nicht gelernt, Briefmarken auch abzustempeln - beide Briefe im Monat Dezember bei mir eingelangt:

Blumen Dezember.jpg
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Aber das verlorene Geld kann man durch die Herausgabe hoher neuer Nominalwerte ja von den Abonnenten wieder hereinholen.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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