Brylka, Andreas

Brylka, Andreas

Ungelesener Beitragvon Cicero » Samstag 28. Januar 2017, 18:11

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Andreas Brylka

* 17. September 1931 in Myslowitz (Oberschlesien); † 24. Juni 2016 in Hamburg

studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Egon Pruggmayer (1952 bis 1957) und wurde im 10. Semester aus politischen Gründen exmatrikuliert. Er überbrückt noch zwei Jahre als freischaffender Gebrauchsgraphiker in Leipzig bevor er 1959 nach Hamburg übersiedelte und sich dort niederlässt. Namhafte Verlage wie beispielsweise C.H. Beck München, Insel Verlag Frankfurt/Main und Christians Verlag Hamburg werden seinen Kunden, die nicht nur seine Buchgestaltungen und Illustrationen an sich schätzten, sondern insbesondere seine Holzstiche, die er meisterhaft beherrscht. 1972 gründete er mit der Edition AB einen Eigenverlag. Er erhält mehrere Preise, u.a. im Wettbewerb „Schönste Bücher“. Seine Werke waren in Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland zu sehen. Darüber hinaus prägte er ab 1964 das Erscheinungsbild der Beilage „Die Welt der Literatur“, Vorläuferin der „Literarischen Welt“. Das Andreas Brylka auch Briefmarken entworfen hat ist weniger bekannt, stammen diese Arbeiten doch noch aus seiner Zeit in der DDR. Seine Entwürfe zum Satz „Heimische Vögel“ wurden 1958 angenommen, ebenso wie die zu den im März 1959 ausgeschriebenen Marken anlässlich der Naturschutzwoche 1960. Als Motive waren vorgesehen die Kreidesteilküste Rügens (Stubbenkammer), die Feldberger Seen in Mecklenburg, der Westdarß mit seinem "Urwald" und die Sächsische Schweiz mit dem Kletterfelsen der Barberina. Die abgesegneten Marken lagen bereits der Wertpapierdruckerei zum Druck vor, wurden jedoch kurzfristig zurückgezogen. So erschien die vom Kulturbund angeregte Ausgabe nicht. Die offizielle Begründung das MPF lautete: „drucktechnische Probleme“, in Wahrheit war der zwischenzeitlich „republikflüchtige“ Briefmarkenkünstler nicht mehr tragbar. Kurz vor seiner Flucht jedoch erschien noch sein Satz „Heimische Vögel“ (DDR-Nr. 698[Abb.]-703) der auch sein letzter blieb, da er sich in seiner neuen Heimat nicht mehr mit dieser Art der Gebrauchsgraphik beschäftigte.

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Infos im Netz:
http://pirckheimer.blogspot.de/2013/05/ ... rylka.html
http://www.toodee.de/?page_id=643 (Auch Quelle Foto)
Weitere Quellen:
Lexikon Künstler in der DDR, Hrsg. Dietmar Eisold, Berlin 2010

Wolfgang Schneider

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